InterSky-Verkauf geplatzt

Ostdeutscher Investor abgesprungen.

Dash 8-Q300 (Foto: Peter Unmuth - www.air2aircrew.com).

Die Eigentümergemeinschaft der österreichischen Regionalfluggesellschaft InterSky führte seit September intensive Gespräche mit Vertretern der Mitteldeutschen Tourismusentwicklungsgesellschaft mbH. Diese hatten das Ziel die angeschlagene Fluggesellschaft gänzlich zu übernehmen. Nun zog sich der potentielle Investor überraschend vom Verhandlungstisch zurück, wie deren Verhandlungsvertreter Roland Ehrsam am Dienstagabend erklärte.

InterSky-Chefin Renate Moser zeigte sich im Gespräch mit Austrian Aviation Net äußerst überrascht, da sie als Geschäftsführerin noch keine entsprechende Information erhalten habe. Ihr Amtskollege Roger Hohl habe allerdings aufgrund eines Medienberichts des Portals Aerotelegraph.com, in dem der Abbruch der Gespräche seitens der Kaufinteressenten offiziell bestätigt wurde, angefragt. Man habe die Information erhalten, dass dies keine Bedeutung habe, so Moser.

Dennoch zeigt sich Renate Moser verwundert: "Ich verstehe nicht warum der Kaufinteressent wochenlang so viel Zeit und Mühe investiert, um dann Hals über Kopf abzusagen". Die Zukunft der Fluggesellschaft InterSky sieht auch Renate Moser nicht einfach, doch sie ist fest davon überzeugt, dass es der Geschäftsleitung gelingen werde einen Ausweg aus der Krise zu finden. 

Bezüglich der seitens des BMVIT geforderten Unterlagen sagte Moser: "Ich habe diese fristgerecht und vollständig bei Herrn Dr. Prachner vom Verkehrsministerium abgegeben. Das Ministerium benötigt nun einige Tage Zeit, um diese genau zu prüfen und eine Entscheidung zu treffen. Allenfalls sind Behauptungen, dass InterSky den Nachweis nicht vorlegen konnte, schlichtweg unwahr." 

Nachdem die Übernahme durch einen Investor offenbar gescheitert ist, scheint man nun bei InterSky den sprichwörtlichen Plan B zu ziehen. Firmenchefin Renate Moser bestätigte verschiedene Medienberichte, dass die Airline ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung anstrebt. Dies habe laut Moser zumindest kurzfristig keine Auswirkungen auf das AOC.

Einen vergleichbaren Fall gab es in Österreich bereits, denn die ehemalige Regionalfluggesellschaft Robin Hood entschuldete sich in 2010 durch ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung. Dabei brachten die Eigentümer die Qoute auf, die Gläubiger nahmen den Sanierungsplan an und Robin Hood konnte schuldenfrei neu durchstarten. Einzig die Geschäftsführung änderte sich, denn Georg Pommer wurde durch Markus Buismann ersetzt.

Die weitere Entwicklung der österreichischen Regionalairline InterSky bleibt abzuwarten, denn aufgrund teils widersprüchlicher Informationen und Äußerungen der handelnden Personen ist es nicht gerade einfach ein klares Bild zu bekommen.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Austrian Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Austrian Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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