InterSky-Masseverwalter klagt Millionenforderung ein

Ehemalige Geschäftsführer beklagt, können die Summe jedoch nicht aufbringen.

Dash 8-Q300 (Foto: Peter Unmuth).

Rund 2,5 Millionen Euro will InterSky-Masseverwalter Markus Pfefferkorn von zwei ehemaligen Geschäftsführern einklagen, da das Unternehmen schon lange zahlungsunfähig gewesen wäre, jedoch die beiden gesetzlichen Vertreter der nicht mehr existierenden Regionalfluggesellschaft nicht innerhalb der 60-tägigen Frist einen Insolvenzantrag beim Landesgericht Feldkirch gestellt hätten, berichtet Vorarlberg Online.

Die Vorwürfe des Masseverwalters, der auch als Klagsvertreter fungiert, sind heftig: Bereits 2013 wäre InterSky mit einem negativen Eigenkapital von neun Millionen Euro so hoch verschuldet gewesen, dass das Unternehmen Insolvenz hätte anmelden müssen. Dies erfolgte allerdings nicht, sondern erst im Herbst 2013 traten die damaligen Geschäftsführer Renate Moser und Roger Hohl den Gang zum Insolvenzrichter an.

Gänzlich anders sieht die Situation Beklagtenvertreter Horst Lumper, der gegenüber Vol.at erklärte, dass die beiden ehemaligen Firmenchefs kein vorwerfbares Verschulden treffen würde und diese bis zuletzt auf eine gute Geschäftsentwicklung gehofft hätten. Bei Prozessbeginn soll der Jurist erklärt haben, dass die beiden ehemaligen InterSky-Manager nicht in der Lage sind im Falle eines Urteils zu deren Ungunsten die Summe von 2,5 Millionen Euro zuzüglich Gerichts- und Rechtsanwaltskosten der Gegenseite aufzubringen.

InterSky soll laut selbigem Medienbericht einen Schuldenberg in der Höhe von 86 Millionen Euro hinterlassen haben. Dabei handelt es sich lediglich um jene Forderungen, die beim Masseverwalter angemeldet und anerkannt wurden. Größter Gläubiger mit rund 40 Millionen Euro soll jenes Leasingunternehmen sein, mit dem die ehemalige Regionalfluggesellschaft Sale-and-Leaseback-Deals betreffend der kompletten Flotte, ausgenommen der OE-LIA, machte.

Ein Lichtblick für die beiden ehemaligen InterSky-Manager könnte die Haftpflichtversicherung des insolventen Luftfahrtunternehmens sein. Dem Vol.at-Bericht nach soll der Beklagtenvertreter in Aussicht gestellt haben, dass diese 600.000 bis 700.000 Euro übernehmen könnte. Weiters schreibt das Blatt allerdings, dass Masseverwalter Markus Pfefferkorn die Untergrenze von 1,3 Millionen Euro für einen Vergleich klar und deutlich gemacht habe. Die weitere Entwicklung der Angelegenheit bleibt abzuwarten.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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