Interjet will Sukhoi Superjets loswerden

Einstiger Vorzeigekunde ist verärgert.

SSJ-100 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die mexikanische Interjet war einst der westliche Vorzeigekunde des russischen Flugzeugbauers Sukhoi, doch nun ist die Freude dahin. Der Billigflieger ist auch eigentlich sehr zufrieden mit dem Regionalverkehrsflugzeug, doch der Kummer liegt im Detail.

Insbesondere Triebwerksprobleme und lange Wartezeiten auf Ersatzteile bekümmern Interjet so sehr, dass man sich an Sukhoi mit finanziellen Forderungen wandte. In Russland hatte man Verständnis und überwies fast 40 Millionen Dollar nach Mexiko. Aber die Serviceprobleme und insbesondere unzuverlässige Lieferung von Ersatzteilen, treiben Interjet nun in eine Zwickmühle, denn die AOGs kosten den Billigflieger insbesondere viel Geld. Die Lösung scheint nun zu sein, dass man Sukhoi zum Rückkauf der 22 Einheiten bewegen will und gleichzeitig jene acht SSJ-100, die noch gar nicht ausgeliefert wurden, nicht mehr übernehmen möchte.

Die Flotte soll den aktuellen Äußerungen des Unternehmens nach künftig vollständig von Airbus stammen. Welches Muster dem SSJ-100 nachfolgen könnte, ist noch komplett offen. Vorstellbar wäre der A220-300, jedoch auch dass man sich auf die Muster A320 und A321 konzentriert, die man ohnehin bereits betreibt und auf Auslieferungen wartet.

Während Sukhoi eine Großbestellung der staatlichen Aeroflot an Land ziehen konnte, reißen die Kundenbeschwerden nicht ab. Inwieweit der Kreml die innerrussische Order "vermittelte" ist unklar. Gesichert ist allerdings, dass die meisten Operator die schlechte Verfügbarkeit von Ersatzteilen bemängeln. Bei CityJet steht gar der ACMI-Auftrag bei Brussels Airlines auf der Kippe, weil der SSJ-100 außerordentlich häufige AOGs hat und die Wartezeiten auf Ersatzteile aus der Sicht des Auftraggebers inakzeptabel sind. Der Verbleib der SSJ-100 bei CityJet steht generell zur Debatte.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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