Insolvenz für PrivatAir

Nach den wirtschaftlichen Turbulenzen der letzten Monate wurden über die Schweizer PrivatAir SA sowie die PrivatAir GmbH mit Sitz in Deutschland Insolvenzanträge gestellt.

Airbus A319 von PrivatAir (Foto: Thomas Ramgraber).

Das Flugliniensterben geht weiter: Die exklusive PrivatAir musste diese Woche Insolvenz angemeldet. In einer Aussendung am Mittwoch hieß es: "In den letzten Wochen hatten einige Ereignisse erheblichen Einfluss auf die künftige Unternehmensprognose und -lebensfähigkeit, welcher die Unternehmen zu Insolvenzanträgen zwang." Betroffen sind die Schweizer PrivatAir SA sowie die deutsche PrivatAir GmbH.

PrivatAir wurde 1977 als Petrolair gegründet, 1989 folgte die Namensänderung auf PrivatAir. In den darauffolgenden Jahren konnte sich das Unternehmen im Geschäftsreiseverkehr und als Partner großer Airlines einen Namen machen. So hob PrivatAir im Auftrag des Lufthansa-Konzerns, für Saudia oder SAS ab und führte von 2003 bis 2008 auch den Airbus-Werksverkehr zwischen Toulouse und Hamburg-Finkenwerder durch. Für Hapag-Lloyd startete die Airline über mehrere Jahre zu exklusiven Kreuzflügen.

Boeing 737 von PrivatAir am Flughafen Amsterdam (Foto: Thomas Ramgraber).

Anzeichen für Probleme bei PrivatAir gab es in den letzten Monaten mehrfach: So hat Lufthansa im vergangenen Sommer "die Zusammenarbeit mit ihrem Wet-Lease-Partner PrivatAir aus operationellen und kommerziellen Gründen" ausgesetzt, wie die Kranich-Airline kürzlich gegenüber Austrian Aviation Net erklärte. Im Oktober gab es dann Verwirrung um einen Konkurseintrag, der aber laut PrivatAir auf einer Fehlinformation beruht hätte. Der nächste Schock folgte im November: Das deutsche Luftfahrtbundesamt suspendierte die Betriebsbewilligung für die PrivatAir GmbH.

PrivatAir setzte in den letzten Jahren neben Business Jets auf ganz unterschiedliche Muster vom Airbus A319 über die Boeing 737 und 757 bis zum Widebody Boeing 767, der beispielsweise für Eurowings unterwegs war. 2012 hat PrivatAir auch fünf CSeries CS100 bestellt, die allerdings nie ausgeliefert wurden.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Austrian Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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