Indien groundet zahlreiche A320neos

IndiGo und Go Airlines müssen insgesamt elf A320neos am Boden lassen. Die indischen Behörden schrachen ein Grounding für die mit PW 1100-Antrieb ausgestatteten Jets aus.

Foto: AirTeamImages.com

Indien reicht es. Nach drei Triebwerksausfällen in der Luft müssen alle Airbus A320neo-Maschinen, die mit dem neuesten PW 1100-Antrieb aus dem Hause Pratt & Whitney ausgestattet sind, auf dem Boden bleiben. Zwei der Vorfälle ereigneten sich in der vergangenen Woche, weshalb die indische Luftfahrtbehörde nun ein Grounding aussprach, berichtet der Nachrichtendienst „Bloomberg“.

Betroffen sind acht Flugzeuge der indischen Low-cost Airline IndiGo und drei der Go Airlines. Sie dürften eine ganze Weile auf dem Boden bleiben müssen. Schuld daran ist eine Kompressordichtung, die sich schneller abnützt als erwartet und daher auch häufiger ausgetauscht werden muss. Der Hersteller Pratt & Whitney, der schon seit Monaten mit seiner jüngsten Triebwerksgeneration ringt und dabei viel Geld verliert, schlug zuletzt eine Übergangslösung für das Problem vor, bei der zumindest in einem Triebwerk eine alte Dichtung eingebaut würde. Bis Anfang Juni sollten dann alle defekten Komponenten ausgetauscht sein.

Eine Lösung, die den indischen Behörden nicht zusagt. Tauschen die elf betroffenen Flugzeuge untereinander ihre Triebwerke, so könnten zumindest fünf auch mit dem Sanctus der indischen Behörden wieder in die Luft gehen.

Völlig überzogen empfindet das Grounding die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA. Die Maschinen könnten auch mit nur einem funktionsfähigen Triebwerk fliegen. IndiGo, der größte Betreiber des Jets, musste in den letzten Monaten wiederholt ihre neos am Boden lassen. Ihre Konkurrenten Air India und Vistara blieben hingegen verschont. Sie haben sich für CFM-Triebwerke entschieden.

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