"In case of an evacuation..."

"...your personal belongings must remain on board!"
Ein Kommentar zur (möglicherweise) verzögerten Evakuierung der Aeroflot-Maschine in Moskau.

Symbolbild: Pixabay

Vieles liegt hinsichtlich der Ursachen des fürchterlichen Flugzeugunglücks eines Superjet am Flughafen Moskau noch im Dunkeln. Spekuliert wird über einen Blitzschlag - Näheres werden wohl in den nächsten Wochen die Untersuchungsbehörden ans Licht bringen. Traurige Tatsache ist allerdings, dass 41 Menschen - darunter auch Kinder - ihr Leben verloren haben.

In Zeiten von Social Media gingen auch bei diesem Crash sofort wieder Fotos und Videos um die Welt - vom (und sogar aus dem) brennenden Flugzeug, der folgenden Evakuierung. Und was man auch hier gesehen hat: Passagiere sind wieder einmal mit ihrem Bordgepäck vom Flugzeug weggegangen - während ein paar Meter entfernt Menschen erstickt und verbrannt sind.

Haben demnach möglicherweise Fluggäste, die zuerst ihre Habseligkeiten aus dem Overhead Bin geholt haben, die Evakuierung verzögert? Das kann man nicht sagen - und wird auch schwer zu rekonstruieren sein. Man darf Menschen in einer solchen schrecklichen Situation vielleicht auch keinen Vorwurf machen, wenn sie rückblickend falsch gehandelt haben, indem sie (aus welchen psychologischen Gründen auch immer) zuerst in einer Kurzschlusshandlung an ihr Gepäck gedacht haben.

Tatsache ist jedenfalls, dass den Passagieren - auch in Hinblick auf andere "Trolley-Evakuierungen" der letzten Zeit noch stärker eingebläut werden muss, im Falle einer Räumung des Flugzeuges die "personal belongings" unbedingt an Bord zu lassen. Austrian Airlines beispielsweise hat dies in ihren Sicherheitsanweisungen vor jedem Flug im Standard-Repertoire - viele weitere Fluglinien ebenfalls.

Generell wäre es auch keine schlechte Idee, die Sicherheitsanweisungen des Kabinenpersonals nicht mit dem üblichen Desinteresse (nicht!) zu verfolgen, sondern sich vor Abflug beispielsweise auch kurz zu überlegen, wohin man im Falle einer Evakuierung laufen sollte. Man darf davon ausgehen, dass nicht jeder Passagier weiß, wo sich der nächste Notausgang befindet.

Apropos Kabinenpersonal: Eine Flugbegleiterin wird bereits jetzt als "Heldin von Moskau" gefeiert. Laut Medienberichten hat Tatjana Kasatkina bei der Evakuierung beherzt eingegriffen und Passagiere quasi "hinausgeworfen". Sie hat im Gegensatz zu ihrem Kollegen Maxim Moissev überlebt - er hat versucht, Passagiere am Heck der Maschine zu retten und dies mit seinem Leben bezahlt. Hier sieht man auch: Flight Attendants haben große Verantwortung und einen mitunter extrem gefährlichen Job.

Passagiere sollten dies auch schätzen - und im Falle eines Unglücks und einer Evakuierung genau das machen, was diese gut ausgebildeten Menschen anordnen. Und vor allem nicht im Weg stehen - und die "personal belongings" bitte an Bord lassen.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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