(Im) Komforthimmel

"Game Changer" - so nennt Emirates stolz die neue Kabine in ihren Boeing 777-300ER. Allem voran die neuen Suiten der First Class und die Business Class. Seit 1. Dezember 2018 werden Flugzeuge mit dieser Inneneinrichtung auch zwischen Wien und Dubai eingesetzt. Flug EK 125 landet um 20:00 Uhr in Wien, und hebt um 21:55 Uhr wieder in Richtung Dubai ab. AviationNetOnline hatte jetzt die Gelegenheit, die neue Kabine am Flug nach Dubai zu testen.

Eine der sechs First Class Suiten im "Game Changer" (alle Fotos: Michael Csoklich).

Gedämpftes Licht, dunkle Farben, ein freundlicher Empfang durch das Kabinenpersonal - so empfängt die Game-Changer-Kabine die Passagiere am Eingang für die First Class und die Business Class Passagiere. Die sechs First Class Suiten in 1-1-1 Konfiguration sind ein eigens Reich. Intelligente Technik verbindet sich da mit - je nach Geschmack - ansprechendem Design und Komfort. Ein Grund, sich diesen Luxus zu gönnen, ist sicher, dass diese Suiten völlig abgeschlossen sind, auch nach oben. Die Privatsphäre ist also garantiert. Wer trotzdem hinaussehen will, lässt einfach eine Rollo herunter. Ein Teppich, der immer weicher wird, je weiter man in die Suite hineingeht, dämpft alle Geräusche.

Nicht "Sitz 2A" sondern "Suite 2A".

Der First Class Passagier hat in der Suite seine eigene Garderobe, seine eigene Mini-Bar, ein Schminkset, bekommt einen feuchtigkeitsspendenden Pyjama und kann bei den "echten" Fenstersitzen mit einem Fernglas in die Luft schauen. Wer nicht am Fenster Platz nehmen kann, bekommt die Sicht von außen mit Echtzeitkameras auf virtuelle Fenster projiziert. Wer dennoch etwas vermisst, kann per Videoanruf das Kabinenservice rufen. Die Sitze verfügen über eine Sitzfunktion "Schwerelosigkeit", was besonderen Komfort garantieren soll. Und sie lassen sich in ein flaches, breites Bett verwandeln. Raumtemperatur und Licht lassen sich individuell regeln. Der 32-Zoll-Bildschirm und das Entertainment-System bieten jedem Heimkino Paroli. Gesteuert werden kann dies alles über ein eigenes Tablet.

Gediegenes Interieur in der First-Class-Suite.

In der Business Class gibt es all das etwas reduziert und etwas kleiner. Weniger Privatsphäre, kleinere Tablets, kein Pyjama, weniger Schwerelosigkeit, kleinerer Bildschirm, kein Videokontakt mit den Flugbegleitern. Diese kommen dafür oft vorbei und lassen ihren ganzen Charme spielen. Und machen auch das Bett fertig zum Schlafen. Oder schießen Fotos. Schließlich ist ja der Passagier König. Oder Königin. Sitzabstand und Bildschirmgröße können sich aber auch in der Business Class sehen lassen und unterscheiden sich angenehm von manchem Konkurrenten.

Alles im Blick in der First Class Suite.

Fazit: im "Game Changer" reist es sich vorzüglich, bequem und entspannt, bestens und aufmerksam betreut von der Kabinencrew. Dass dieser Komfort in First und Business seinen Preis hat, ist klar. Und da ja nichts im Leben zu 100 Prozent perfekt ist, seien hier ein paar Verbesserungsvorschläge erwähnt. Die kleine Minibar in der Business Class mit einem Perrier, 7Up und Pepsi ist cool, die Getränke waren es leider nicht. Dass Socken und Augenmaske in einem Plastiksackerl darauf warten, benutzt zu werden, wirkt in dieser exklusiven Umgebung fast billig. Und mehr Ablagefläche für arbeitende Passagiere wäre ebenso hilfreich wie ein eigenes Ablagefach für die Brille.

Business Class in 2-3-2-Konfiguration.

Der "Game Changer" fliegt mit sechs First Class Suiten, 42 Business Sitzen und 306 Economy Plätzen. Was sich Emirates diese Investition kosten hat lassen, wird nicht verraten. Eingebaut ist die Game Changer Kabine derzeit in 8 Stück der 777-300ER-Flotte. Neu eingebaut wird sie nur in Flugzeuge, die neu ausgeliefert werden, und da ist die nächste die brandneue 777X im Jahr 2020.

Auf Wunsch werden die Sitze in der Business Class von den Flight Attendants für die Nachtruhe vorbereitet.

 

Anmerkung im Sinne der Medientransparenz: Emirates hat die Reise nach Dubai und zurück - die Grundlage dieses Berichts war - bezahlt.

Autor: Michael Csoklich
Autor
Michael Csoklich ist einer der bekanntesten Wirtschaftsjournalisten Österreichs und leitete über viele Jahre das Ressort Wirtschaft im ORF Radio. Er ist Moderator, Querdenker und arbeitet als freier Journalist für die Kleine Zeitung. Und seit 2016 schreibt er als Luftfahrtspezialist auf Aviation Net insbesondere über Spezialthemen.

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