IATA-Meeting: Wird Fliegen teurer?

Stimmungsbild von der IATA-Generalversammlung in Sydney.

Foto: Michael Csoklich.

Auf den ersten Blick sind es beeindruckende Zahlen, die die Weltluftfahrtorganisation IATA anlässlich der Generalversammlung in Sydney präsentiert hat. Der Gewinn aller Fluglinien werde 2018 im Schnitt 33,8 Milliarden US$ betragen. Und es wird das neunte Jahr in Folge sein, dass die Fluggesellschaften Gewinne schreiben. Die Aussichten aber sind zumindest ungewiss, berichtet Michael Csoklich aus Sydney:

Noch läuft in der Luftfahrt fast alles wie geschmiert. Die Passagierzahlen steigen weiter. Nach 4,1 Milliarden Passagieren 2017 wird heuer ein Plus von 7% wird erwartet. Im Bereich Cargo soll es 4% Wachstum geben. Und die Fluglinien investieren und expandieren weiter enorm. Heuer sollen 1900 neue, leisere und treibstoffsparende Flugzeuge ausgeliefert werden. Die weltweite Flotte vergrößert sich damit auf 29.600 Flugzeuge.

Auf der Kostenseite geraten die Fluglinien aber zunehmend unter Druck. 7,76 US$ verdienen Fluglinien im Schnitt pro Passagier, die Gewinnmarge liegt bei 4,1%. Also so wie bei der AUA zum Beispiel, was die Konzernmutter Lufthansa als viel zu wenig bezeichnet. IATA Generaldirektor Alexandre de Juniac bezeichnet die Situation „als wenig komfortabel“. Denn die Kosten steigen und gegen mögliche Krisen seien 7,76 US$ ein dünner Polster.

Kostentreiber ist in erster Linie der Treibstoff. Der Ölpreis steigt derzeit kontinuierlich und damit der Kerosinpreis. Er, so erwartet die IATA, wird heuer auf 84 US$/Barrel steigen, ein Plus von fast 26% gegenüber 2017. Ein Viertel der Gesamtkosten machen damit die Treibstoffkosten aus. Gleichzeitig steigen die Arbeitskosten und die Finanzierungskosten, auch die Inflation nimmt zu. Lag die Kostensteigerung 2017 in Summe bei 1,2%, wird soll sie heuer 5,2% betragen. Und noch eine Zahl: der durchschnittliche Preis für ein Retourticket liegt 2018 bei 380 US$. Das ist 59% weniger als 1998, unter Einrechnung der Inflation.

Unklar ist auch, wie sich die diversen Krisenszenarien entwickeln. Handelskrieg, US-Sanktionen gegen den Iran, Brexit etc. Welche Folgen das eine und/oder das andere auf die Luftfahrt hat, will hier niemand konkret einschätzen. Klar ist aber, dass je nach Szenario die Einnahmen sinken und die Kosten weiter steigen würden. Am Ende der Kette steht der Passagier mit der Aussicht auf teurer werdende Tickets.

Autor: Michael Csoklich
Autor
Michael Csoklich ist einer der bekanntesten Wirtschaftsjournalisten Österreichs und leitete über viele Jahre das Ressort Wirtschaft im ORF Radio. Seit 2015 leitet er den LG für Wirtschaftsjournalismus in Krems, ist Moderator, Querdenker und arbeitet als freier Journalist für die Kleine Zeitung. Und seit 2016 schreibt er als Luftfahrtspezialist auf Austrian Aviation Net insbesondere über Spezialthemen.

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