IATA empfiehlt RFID für Gepäckverfolgung

Mit der Radio Frequency Identification-Technologie (RFID) könnte laut IATA und SITA die Luftfahrtbranche bis zu 3 Milliarden US-Dollar in den nächsten 7 Jahren einsparen.

Mittels RFID sollen solche Bilder der Vergangenheit angehören (Foto: Christoph Aumüller).

Der Luftfahrt-IT-Riese SITA und der weltweite Airline-Verband IATA setzen bei der Gepäckverfolgung nun gemeinsam auf RFID (Radio Frequency Identification) - der Echtzeit-Nachverfolgung über Funkwellen. Durch Aufbringung eines Transponders (ein kleiner Chip oder Sticker) am Gepäckstück, kann dieses zu jedem Zeitpunkt der Reise einfach und genau lokalisiert werden. IATA und SITA erwarten bis zu 25 Prozent weniger verlorene Gepäckstücke und die Luftfahrtbranche könnte somit 3 Milliarden US-Dollar (ca. 2,7 Milliarden Euro) in den nächsten sieben Jahren einsparen.

RFID zielt insbesondere auf den Gepäcktransfer zwischen zwei Flügen ab, einem der Schlüsselbereiche bei der Gepäckverfolgung. Die Technologie macht es möglich, dass Flughäfen, Airlines und Abfertiger zu jedem Zeitpunkt der Reise den exakten Ort des Gepäckstücks kennen und es somit auch auf den korrekten Flug geladen wird. Sie erfüllt dabei auch die Anforderungen der IATA Resolution 753, die ab 2018 die Airlines dazu verpflichtet, jedes Gepäckstück von Aufgabe beim Check-in am Startflughafen bis zur Annahme beim Gepäckband am Zielflughafen genau zu verfolgen.

Die Anwendung von RFID wäre nur ein weiteres erfolgreiches Kapitel beim Einsatz von fortschrittlichen Technologien zur Gepäckverfolgung, so SITA. Durch den Einsatz verschiedener Technologien gingen seit 2007 um 50 Prozent weniger Gepäckstücke verloren (2007: 46,9 Millionen falsch transportierte Gepäckstücke). Die Luftfahrtbranche sparte damit bis zu 22,4 Milliarden US-Dollar, trotz stark ansteigender Passagierzahlen im selben Zeitraum.

Erste Airlines, die RFID zur Unterstützung bei der Gepäckverfolgung bereits einsetzen, zeigen durchaus positive Ergebnisse. So kann Delta Airlines eine 99 Prozent-Erfolgsquote beim Tracking des Gepäcks ausweisen. Neben dem operativen Erfolg von RFID sind auch die Kosten überzeugend: auf ca. 10 Euro-Cent pro Gepäckstück kommen ca. 20 Euro-Cent Einsparungspotenzial. 

Autor: Christoph Aumüller
Redakteur
Christoph ist Absolvent des Studienlehrganges Luftfahrt der FH Joanneum Graz. Seit Mitte 2015 verstärkt er das Redaktionsteam von Austrian Aviation Net.

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