Helvetic: Fünf F100 raus, vier E190 rein

Schweizer Airline flottet Fokker 100 früher als ursprünglich gedacht aus und wählt eine Übergangslösung. 

Embraer 190 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Helvetic Airways wird die in die Jahre gekommene Fokker-100-Teilflotte, die momentan noch aus fünf Einheiten besteht, zügig ausflotten. Das Muster war bislang das Rückgrat der Flotte des schweizerischen Anbieters, doch gilt es insbesondere als spritdurstig. Als Ersatz werden vier Embraer 190, geleast von Nordic Aviation Capital kommen.

Allerdings ist dies nur eine Übergangslösung, denn Helvetic Airways und Embraer gaben im Vorjahr auf der Farnborough-Airshow eine Order für E190-E2 bekannt. Mit diesem neuen Muster werden die Schweizer ihre komplette Bestandsflotte ersetzen. Für eventuelles Wachstum sicherte man sich gleichzeitig einige Optionen.


Embraer 190-E2 (Rendering: Embraer).

Das Portal Aerotelegraph.com berichtet unter Berufung auf einen Helvetic-Sprecher, dass nun die letzten fünf Fokker 100 stillgelegt werden. Diese sollen an andere Airlines veräußert werden, die die rund 25-jährigen Regionaljets aus niederländischer Produktion weiterhin im Linienbetrieb einsetzen wollen. In der Tat gibt es außerhalb Europas eine durchaus beachtliche Nachfrage für dieses Muster. Beispielsweise konnte Austrian Airlines zahlreiche Fokker 70/100 nach Australien verkaufen. Die Luftfahrtseite berichtet weiters unter Berufung auf den Medienreferenten, dass die Ausflottung bis Juli 2019 abgeschlossen sein soll.

Die in den letzten beiden Jahren erheblich gestiegenen Treibstoffkosten dürften Helvetic Airways dazu bewegt haben, dass man sich früher als ursprünglich angekündigt von der Fokker 100 trennen wird. Ursprünglich wollte man dieses Projekt erst 2020 anpacken. Die ersten E190-E2 sollen nach aktuellem Zeitplan im Herbst 2019 übergeben werden, so dass eine Übergangslösung mit vier geleasten Embraer 190 gewählt wurde.


Fokker 100 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Helvetic Airways orderte im Vorjahr zwölf E190-E2 und sicherte sich Optionen für ein weiteres Dutzend diesen Typs. Momentan betreibt man sieben E190, die vormals für Niki flogen und fünf Fokker 100. Neben einem eigenen Streckennetz fliegt man auch Charter für Reiseveranstalter und im Rahmen von Wetlease-Verträgen unter anderem für Swiss.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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