Hannover: Gericht weist Klage gegen Tuifly ab

Gang vor den Bundesgerichtshof möglich.

Boeing 737-800 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Vor knapp über einem Jahr, also im Oktober 2016, langten bei der deutschen Ferienfluggesellschaft Tuifly kurzfristig dermaßen viele Krankmeldungen ein, dass der Flugbetrieb regelrecht zum Erliegen kam. Pläne die Hannoveraner mit der österreichischen Airline Niki zusammenzulegen, woraufhin bei Tuifly eine in der Öffentlichkeit als "wilder Streik" bezeichnete Massenerkrankung ausbrauch.

Dem Vernehmen nach soll sich Tuifly bislang geweigert haben an betroffene Passagiere Entschädigungen auszuzahlen und argumentierte vereinfacht gesagt mit höherer Gewalt. Viele Reisende zogen vor Gericht und gewannen die Prozesse eigentlich auch immer.

Nun entschied das Landgericht Hannover unter dem Aktenzeichen 8S25/15 allerdings zu Gunsten der Fluggesellschaft Tuifly und anerkannte den "wilden Streik" als einen unvorhersehbaren außergewöhnlichen Umstand, der für das Beförderungsunternehmen weder kontrollierbar noch beherrschbar war. Vereinfacht gesagt: höhere Gewalt. Bei der Verhandlung handelte es sich um einen Berufungsprozess, da die Kläger in erster Instanz vor dem Amtsgericht Hannover obsiegten.

Das Landgericht Hannover hat allerdings ausdrücklich die Revision an das Höchstgericht, den Bundesgerichtshof, zugelassen. Falls die Kläger dieses Rechtsmittel ergreifen sollten, würde der Fall vor dem BGH in Karlsruhe landen. Ein höchstrichterliches Urteil hätte in Deutschland besondere Signalwirkung.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

    Special Visitors

    Montenegro Airlines / 4O-AOA
    Armée de l'Air / F-RADA
    TAP / CS-TOV
    Emirates / A6-EUG
    Luftwaffe / 10+23
    EGYPTAIR / SU-GEH
    VUELING / EC-MLE

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Jan Gruber

    Michael Csoklich

    Robert Hartinger

    Christoph Aumüller