Halbjahreszahlen: Sieben Prozent weniger Gewinn bei Ryanair

Laudamotion verursacht hohe Kosten und muss diese reduzieren.

Boeing 737-800 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Bei der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair machen sich gestiegene Treibstoffpreise, Streiks und daraus resultierende Kosten für Passagierentschädigungen und -betreuungen nun deutlich bemerkbar, denn der Gewinn im ersten Geschäftshalbjahr 2018 sank um sieben Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Erstmals seit fünf Jahren konnte Ryanair keine neuen Rekordgewinne verkünden.

Eine ernsthafte Überraschung ist dies allerdings nicht, denn das Unternehmen gab bereits vor einigen Wochen eine Gewinnwarnung heraus. Bis zum Ende des Geschäftsjahres (Ende März 2019) soll der Überschuss laut aktuellen Unternehmensprognosen zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Euro liegen. Als Kostenfaktor erweist sich dabei insbesondere der steigende Kerosinpreis, wobei Firmenchef Michael O'Leary gegenüber Bloomberg sagte, dass eine weitere Gewinnwarnung erst bei einem Preis über 100 Dollar notwendig wäre. Weiters verweist er auf Hedging-Geschäfte.

Ein weiterer Kostenfaktor für Laudamotion ist der Zukauf der österreichischen Tochtergesellschaft Laudamotion, deren Zukauf Geld gekostet hat, aber auch laufende Kosten verursachen wird, da mit einem Jahresverlust in der Höhe von 150 Millionen Euro gerechnet wird. Diese Zahl ist in der Gewinnprognose noch nicht berücksichtigt worden. Ryanair will Laudamotion insbesondere mit günstigeren Airbus-Leasingverträgen und Fuel-Hedging-Geschäften bereits im kommenden Jahr profitabel machen. Auch soll es bei der Österreich-Tochter zu verschiedenen Veränderungen kommen, die ebenfalls Kosten einsparen. Dazu zählt auch die Schließung der Stationen Graz und Salzburg, wie Austrian Aviation Net berichtet.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Austrian Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Austrian Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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