Gewerkschaft droht AUA mit Streiks

Deutlich mehr Lohn für 4.000 Beschäftigte ist das Ziel der Arbeitnehmervertreter.

Airbus A321 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Nachdem es einige Jahre bei Austrian Airlines hinsichtlich möglicher Streiks sehr ruhig war, brodelt es nun wieder kräftig zwischen Geschäftsleitung und Gewerkschaft Vida. Die Zeichen würden auf Sturm stehen, teilen die Arbeitnehmervertreter in einer Aussendung mit.

"Die Maßnahmen reichen von Dienst nach Vorschrift über wiederholte Betriebsversammlungen bis hin zu Arbeitsniederlegung", so Johannes Schwarcz, Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt in der Gewerkschaft Vida. Das Präsidium habe bereits grünes Licht gegeben.

Arbeitnehmervertreter und Austrian Airlines verhandeln derzeit über einen neuen Kollektivvertrag. Die recht einfache Forderung der Gewerkschaft ist mit zwei Worten zu erklären: Mehr Lohn. Allerdings ist die Vida mit den bisherigen Angeboten der AUA unzufrieden und bezeichnet diese gar als "Witz".

"Das Angebot ist untragbar. Das Unternehmen bietet eine Inflationsabgeltung von 2,1 Prozent und eine Einmalzahlung in Höhe von 1,4 Prozent. Angesichts dessen, dass es seit 2012 so gut wie keine Erhöhungen gegeben hat, kann das nur ein Witz sein, über den niemand lachen kann", so Rainer Stratberger, AUA-Bordbetriebsratsvorsitzender. "Ob die angebotene Erhöhung für das Personal genug ist, werden wir die Kolleginnen und Kollegen bei Betriebsversammlungen selbst entscheiden lassen", kündigen die Gewerkschafter Schwarcz und Stratberger an. Angesichts der regen Beteiligung an den letzten Betriebsversammlungen der Austrian-Belegschaft steht für beide außer Zweifel, "dass sich die Menschen diese Dumpinglöhne nicht mehr bieten lassen".

Die Gewerkschaft behauptet weiters, dass junge Flugbegleiter "kaum mehr" als die im Mindestlohn angpeilten 1.500 Euro pro Monat verdienen könnten, da für Sonn- und Feiertagsdienste keine Zuschläge vorgesehen wären. Dazu Stratberger: "Man braucht kein Rechengenie sein, um sofort zu sehen, dass dieses Angebot letztklassig und eine Verhöhnung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist. Viele verdienen derzeit real so viel wie 2010."

Doch was wollen Betriebsrat und Gewerkschaft eigentlich erreichen? Wie bereits eingangs dieses Artikels angedeutet, sollen deutlich höhere Gehälter für das fliegende Personal durchgesetzt werden. Betroffen sind laut Angaben der Arbeitnehmervertreter rund 4.000 AUA-Mitarbeiter, die möglicherweise im Bedarfsfall auch ihre Arbeit nieder legen könnten, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Allerdings muss an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass der Lufthansa-Konzern bedingt durch jahrelange Tarifkonflikte in Deutschland äußerst streikerfahren ist und diverse Maßnahmen schlichtweg "ausgesessen" hat.

"Wir fordern die Austrian auf, anständige Angebote auf den Tisch zu legen. Die Beschäftigten zeichnen sich durch Energie, Verlässlichkeit, Schnelligkeit sowie ein hohes Maß an Kompetenz und Effizienz aus. Es ist längst überfällig, dass der niedrigste KV im Lufthansa-Konzern, nämlich der der AUA, endlich deutlich angehoben wird. Wir verwehren uns in keiner Weise offenen und ehrlichen Gesprächen und sind jederzeit dazu bereit", erklärt Schwarcz.

Die Gewerkschaft Vida sichert allenfalls zu, dass man die Bevölkerung über Streiks oder andere Arbeitskampfmaßnahmen möglichst frühzeitig informieren werde.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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