GB: LH-Marktverluste durch GDS-Gebühr

Die britische Vereinigung der Geschäftsreisebüros meldet für November 2015 um 8 Prozentpunkte weniger verkaufte Tickets als noch im Juli und schiebt das auf den 16 Euro hohen GDS-Zuschlag. Die Lufthansa sieht das freilich anders.

(Foto: Martin Metzenbauer).

Die Guild of Travel Management Companies (GTMC) in Großbritannien - die Vereinigung von organisierten Geschäftsreisebüros auf der Insel - wertete rund 12.000 Flugbuchungen ihrer Mitglieder vom November 2015 im Vergleich zu Juli aus. Das Ergebnis ist ein Einbruch des Marktanteils der Kranichairline bei Flugbuchungen von Großbritannien nach Deutschland von 33 Prozent im Juli auf nur mehr 24,4 Prozent im November. Wie BizTravel berichtet, führt die GTMC diesen Rückgang von mehr als 8 Prozentpunkte auf die eingeführte GDS-Gebühr zurück. Die Lufthansa verlangt seit September 16 Euro Aufschlag bei Buchungen über die klassischen Reservierungssysteme, genannt Distribution Cost Charge (DCC). Andere Airlines hätten ihre Marktanteile dagegen halten oder sogar ausbauen können.

Für GTMC-Chef Paul Wait ist dies ein klarer Beleg für die abschreckende Wirkung der neuen Gebühr: Geschäftsreisende hätten eben nicht wie von Lufthansa gehofft online gebucht, sie hätten vielmehr mit den Füßen abgestimmt und dem Carrier den Rücken gekehrt. Die GTMC vertritt die Interessen zahlreicher nationaler und internationaler Geschäftsreise-Anbieter in Großbritannien, darunter internationale Schwergewichte wie American Express Global Business Travel, BCD Travel, CWT und HRG. Die Verbandsmitglieder vereinen rund 80 Prozent des organisierten Geschäftsreise-Volumens auf den britischen Inseln.

Die Lufthansa lassen solche Zahlen zumindest offiziell ungerührt. Man habe bei der allgemeinen Buchungsentwicklung „keine Rückgänge aufgrund der Einführung der DCC zu verzeichnen“. Ein Wegsteuern sei nicht zu erkennen. Vielmehr habe man seit September je nach Markt häufiger ein Ticket über den eigenen Online-Vertrieb absetzen können als zuvor. Allein in Deutschland habe sich der Anteil der verkauften Tickets über LH.com im Vorjahresvergleich um durchschnittlich rund sechs Prozentpunkte auf 37 Prozent erhöht, teilt die Airline mit.

Autor: Christoph Aumüller
Redakteur
Christoph ist Absolvent des Studienlehrganges Luftfahrt der FH Joanneum Graz. Seit Mitte 2015 verstärkt er das Redaktionsteam von Austrian Aviation Net.

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