Froese: ¨Tyrolean könnte aufgelöst werden¨

Betriebsübergang könnte quasi rückgängig gemacht werden können.

Tyrolean-Geschäftsführer Klaus Froese (Foto: Bernd Karlik).

Im Rahmen einer für Montagmittag kurzfristig angesetzten Pressekonferenz stellten Austrian-Airlines-Generaldirektor Jaan Albrecht und Tyrolean-Geschäftsführer Klaus Froese ein Angebot für einen neuen Konzernkollektivvertrag für das fliegende Personal vor. ¨Nach den Betriebsübergang sind seitens des Betriebsrats Klagen eingereicht worden, die jetzt ihren Weg nehmen. Wir wollen aber die Zukunft des Unternehmens selbst in die Hand nehmen¨, so Albrecht.¨Ich habe den Stolz der Austrian-Airlines-Mitarbeiter für die rot-weiß-rote Heckflosse zu arbeiten unterschätzt.¨

¨Der neue Vorschlag an die Arbeitnehmervertreter beinhaltet, dass die IST-Gehälter des alten Kollektivvertrags nicht abgesenkt werden, eine Langstreckenzulage für Piloten, eine Erfolgsbeteiligung und eine beitragsorientierte Pension¨, erklärt Klaus Froese, der die Verhandlungen mit Betriebsrat und Gewerkschaften führt. Darüberhinaus soll es eine Abschlagszahlung für sämtliche Leistungspensionsträger geben. Die Bandbreite soll von rund 15.000 Euro für Flugbegleiter bis 305.000 Euro für Kapitäne schwanken.

Betriebsübergang wird quasi rückgängig gemacht werden
Darüberhinaus sollen die Senioritätslisten der Piloten erhalten bleiben, jedoch die neuen Flugdienstzeiten auf jenen des bisherigen Tyrolean-Kollektivvertrags basieren sollen. ¨Mit dem Rückzug der laufenden Klagen hätten wir auch die Möglichkeit das Personal zurück von Tyrolean zur Austrian zu holen¨, so Albrecht. ¨Die Mitarbeiter würden dann wieder bei Austrian Airlines beschäftigt werden und die Marke Tyrolean bereinigt werden.¨ Die Entscheidung zum Betriebsübergang vor zwei Jahren soll allerdings richtig gewesen sein. Auf die Frage hinweg, ob man eine gerichtliche Niederlage im Bezug auf die Klage der Arbeitnehmervertreter erwartet, sagte Albrecht: ¨Wir glauben nicht, dass wir verlieren werden. Wir wollen nur nicht, dass ein Senat in Luxembourg über die Zukunft entscheiden muss.¨Ziel der AUA-Konzernspitze ist es, dass eine Einigung über den neuen Konzernkollektivvertrag bis 31. Mai 2014 entsteht. Den Beschäftigten soll dadurch mehr Planungssicherheit gegeben werden. 

Noch in 2014 soll die Entscheidung über die Nachfolge der Fokker-Flotte fallen. ¨Wir haben verschiedene Optionen wie CSeries, Embraer und so weiter. Der Austausch wird rund eine Millarde Euro kosten, jedoch wird dieser von unserer Eigentümerin Lufthansa nur bei entsprechender Planungssicherheit unterstützt¨, erklärt Albrecht. ¨Wir wollen den Weg der Versöhnung mit dem fliegenden Personal auf den Weg bringen. Solange keine Einigung da ist, wird es aus Frankfurt kein Geld geben und von Austrian auch nicht. Wir sind momentan in der glücklichen Lage, dass wir eine solche Investition zumindest teilweise selbst stemmen können.¨

¨Ich glaube, dass es auf der Basis dieses Pakets eine Einigung mit den Arbeitnehmervertretern geben kann. Von einer sofortigen Zustimmung gehe ich nicht aus¨, fügt Tyrolean Klaus Froese hinzu. ¨Der 31. Mai 2014 wurde bereits vor Monaten zwischen mir und dem Betriebsrat festgelegt und steht in keinem Zusammenhang mit der Entscheidung des Generalanwalts am 3. Juni 2014.¨

Tyrolean Airways soll aufgelöst werden
Bei Umsetzung dieses Vorschlags würde Tyrolean Airways in Austrian Airlines hineinfusioniert werden. ¨Tyrolean würde dadurch als Unternehmen aufgelöst werden¨, erklärt Klaus Froese. Das bedeutet, dass sämtliche Maschinen künftig im AOC von Austrian Airlines betrieben werden würden und Tyrolean endgültig aufgelöst werden. ¨Alles funktioniert aber nur, wenn alle Klagen zurückgezogen werden. Wir streben einen so genannten Generalvergleich und wollen den Frieden auch rechtlich verstehen", so Froese. 

¨Würden wir die Tyrolean in die Austrian fusionieren, wäre der Technikstandort Innsbruck nicht betroffen. Es würde sich lediglich der Name ändern¨, erklärt Froese, der selbst lakonisch darauf verwies, dass er noch eine gültige Pilotenlizenz bei Lufthansa habe. ¨Welchen Job ich nach einer möglichen Tyrolean-Schließung habe, weiß ich jetzt noch nicht.¨ 

Ein markanter Punkt ist, dass es bei den Senioritätslisten kein ¨merger by date¨ geben soll, jedoch klare Übertrittsregelungen. Für Neueintritte soll es eine einheitliche Liste geben. ¨Wir planen die gesamte Fokker-Flotte auszutauschen. Das heißt, dass es auch für das Tyrolean-Klientel die Möglichkeit Commander-Stellen zu bekommen, gibt¨, so Froese. 

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Austrian Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Austrian Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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