FlyBosnia holt erstes Flugzeug nach Sarajevo

Das Fluglinien-Startup mit saudischen Geldgebern will neuer National Carrier von Bosnien Herzegowina werden.

Anflug auf Sarajevo (Foto: www.AirTeamImages.com).

Mit dem Projekt FlyBosnia wird es langsam ernst: Das Startup hat seinen ersten Airbus A319 übernommen und zum Heimatflughafen Sarajevo überstellt. Das 16 Jahre alte Flugzeug mit der Kennung E7-FBA wurde von AerCap geleast und in den letzten Wochen in Sofia mit einer neue Kabineneinrichtung ausgestattet, wie "EX-YU Aviation News" berichtet.

FlyBosnia wollte bereits im heurigen Juni den Flugbetrieb aufnehmen, hat allerdings bis jetzt kein AOC erhalten - dies soll nun geschehen. Wann und wohin die ersten Flüge genau abheben werden, ist derzeit noch nicht bekannt. Ursprünglich waren laut "EX-YU Aviation News" Flüge nach Riyadh und Jeddah in Saudi Arabien sowie Manama in Bahrain, Doha und Kuwait City geplant. Der neue australische CEO der Airline Chris Gabriel hat allerdings auch europäische Ziele wie London, Paris, Frankfurt, Rom oder Moskau auf der Wunschliste.

Bei einem Flugzeug soll es bei FlyBosnia bei diesen Plänen freilich nicht bleiben. Wie EX-YU Aviation News weiter berichtet, soll innerhalb von sechs bis zwölf Monaten ein zweiter Airbus in die Flotte aufgenommen werden. FlyBosnia möchte auch den Status eines National Carriers für Bosnien Herzegowina erhalten. Eine eigene Airline gibt es in dem Staat derzeit nicht - Air Bosna bzw. deren Nachfolgerin B&H Airlines hat 2015 den Flugbetrieb eingestellt.

Saudische Verbindungen
Die geplanten Destinationen mit dem starken Fokus auf den Mittleren Osten überraschen nur auf den ersten Blick. Wenn man hinter die Kulissen schaut, wird diese Auswahl verständlich: Zwischen der Golf-Region - hier insbesondere Saudi Arabien - und Bosnien Herzegowina haben sich in den letzten Jahren starke Beziehungen entwickelt. So unterstreichen große saudische Investments aus der Region, wie beispielsweise das SCC Einkaufszentrum in Sarajevo, die engen wirtschaftlichen Verbindungen. Darüber hinaus ist das multikulturelle - aber vorwiegend muslimische - Bosnien Herzegowina eine zunehmen d beliebte Urlaubsdestination aus den Ländern des Mittleren Ostens. Und letztlich fungiert als Geldgeber und Initiator des Projektes die saudische Al Shiddi Group, die seit mehr als zehn Jahren in Bosnien Herzegowina aktiv ist.

Luftfahrt in Bosnien Herzegowina: Austrian vorne dabei, Wizzair am aktivsten
In Bosnien Herzegowina sind vier internationale Flughäfen in Betrieb: Neben Sarajevo sind dies die deutlich kleineren Airports Mostar, Banja Luka und Tuzla. In der Hauptstadt führen Turkish, Croatia und Austrian die meisten Flüge durch - Verbindungen gibt es aber unter anderem auch von AirSerbia, Lufthansa, Wizzair, FlyDubai oder Adria Airways. In Tuzla betreibt Wizzair eine Basis mit derzeit zwei Flugzeugen und hat in den letzten Jahren ein respektables Streckennetz zu aktuell zehn Destinationen - einschließlich Wien - aufgebaut. Der Low Cost Carrier ist in Tuzla auch die einzige aktive Airline. Die beiden kleinen Airports Mostar und Banja Luka verfügen nur über einige wenige Flüge.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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