Flughafen Wien will mit Lowcostern kräftig wachsen

Vorstandsdirektor Günther Ofner ortet zusätzlich regelrechten Langstrecken-Boom.

Vorstandsdirektor Julian Jäger setzt verstärkt auf Billigfluggesellschaften wie Wizzair (Foto: Flughafen Wien AG).

Die Flughafen Wien AG will im Lowcost-Segment im heurigen Jahr um mindestens 50 Prozent Wachstum erzielen. Die Anzahl der auf dem Hauptstadtflughafen stationierten Jets von Wizzair und Laudamotion soll bis April 2019 auf 15 bis 17 Einheiten anwachsen. Dies berichtet die Tageszeitung "Der Standard" unter Berufung auf Flughafenvorstand Julian Jäger.

Laut dem Manager des Vienna Airport sollen im Vorjahr zwei Millionen Passagiere mit Low-Cost-Carriern geflogen sein. Für das laufende Jahr 2018 rechnet Jäger mit mindestens drei Millionen Fluggästen, die sich für Gesellschaften in diesem Segment entscheiden.

Dem Management der Flughafen Wien AG wurde jahrelang vorgeworfen, dass man für Lowcoster keinen attraktiven Standort schaffen würde. Ryanair-Chef Michael O'Leary sprach über viele Jahre hinweg sogar davon, dass der Wiener Airport gezielt Austrian Airlines protegieren würde. Seit dem Einstieg bei Laudamotion sind derartige provokante Sprüche vom Geschäftsführer der irischen Airline allerdings nicht mehr zu hören - immerhin ist O'Leary über juristische Umwege nun über Laudamotion Kunde der Flughafen Wien AG.

Dennoch ist offensichtlich, dass zusätzliches und starkes Wachstum am Flughafen Wien nur durch weitere Billigfluggesellschaften erzielt werden kann. Zu selbigem Schluss dürfte übrigens auch das Fraport-Management in Frankfurt gekommen sein, denn kurzerhand konnte man unter anderem Wizzair und Ryanair für den größten Airport Deutschlands begeistern.

In Wien sind Easyjet, Vueling, Volotea und einige kleinere Anbieter aus dem Segment der Billigflieger bereits seit einigen Jahren präsent. Vueling will über die Tochtergesellschaft Anisec an diesem Standort eine Basis errichten und zahlreiche Destinationen ansteuern. Man gibt sich über den Fortschritt des Projekts allerdings äußert bedeckt, jedoch deutet einiges auf einen Start Mitte Juli 2018 hin.

Laudamotion übernahm die Konkursmasse der insolventen Air-Berlin-Tochter Niki und will mit der Finanzkraft von Ryanair im Rücken ab Wien kräftig wachsen. Wizzair eröffnet am kommenden Donnerstag offiziell die Basis am Flughafen Wien und kündigt in regelmäßigen Abständen weitere Destinationen an, die ab Wien bedient werden sollen. Der ungarische Billigflieger ist seit April 2018 ab dem größten Airport Österreichs tätig. Auch Easyjet und Volotea sollen das eine oder andere zusätzliche Ziel ab Wien bereits evaluieren, jedoch ist dazu noch nichts spruchreifes bekannt.

Flughafen-Wien-Vorstandsdirektor Julian Jäger erklärte gegenüber dem Standard auch, dass der verstärkte Fokus auf Billigfluggesellschaften so ganz und gar nicht verwerflich wäre, sondern lediglich dazu führe, dass zum üblichen EU-Schnitt aufgeholt werde. Sein Vorstandskollege Günther Ofner spricht gegenüber dem Standard auch davon, dass die Flughafen Wien AG von den zusätzlichen Langstrecken, die seitens verschiedenster Airlines aufgenommen werden, profitieren werde. Der Manager spricht gar von einem regelrechten "Boom" auf der Langstrecke, so dass vieles darauf hindeutet, dass das Jahr 2018 alle bisherigen Wiener Fluggastrekorde in den Schatten stellen könnte.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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