Flughafen Wien verteidigt sich gegen PR-Offensiven

Airport reagiert auf wiederkehrend vorgebrachte Vorwürfe - wie etwa die Steuerprivilegien.

Foto: Martin Metzenbauer

Im Nachklang zur umstrittenen Gerichtsentscheidung, den Bau der dritten Piste am Flughafen Wien zu verbieten, melden sich aktuell in diversen PR-Offensiven Umweltschutz-Organisationen wie Global 2000 zu Wort. Die Flughafen Wien AG hat dazu nun eine Gegenoffensive gestartet und gibt ihre Sicht der Dinge wieder.

„Flugverkehr wird nicht zunehmen“
Immer wieder wird von den Gegnern der dritten Piste angeführt, dass der Flugverkehr nicht zunehmen werde – ein Ausbau des Flughafens sei daher nicht sinnvoll. „Korrekt ist, dass das Passagieraufkommen steigt und sich die Zahl der Flugbewegungen am Standort Wien aktuell gleichbleibend entwickelt. Der Grund dafür ist, dass Flugzeuge allgemein größer und besser ausgelastet werden. Steigt die Passagierzahl weiter, wird das Limit der Flugzeuggröße aber bald erreicht sein und dann werden Starts und Landungen wieder zunehmen“, heißt es in einem Statement der Flughafen Wien AG.

Dieser Trend scheint sich jedenfalls bereits abzuzeichnen: Mit -0,2 Prozent war die Entwicklung der Flugbewegungen im Jahr 2016 am Standort Wien besser als in den Jahren davor. Langfristig ist die Luftfahrt zweifellos auch ein Wachstumsmarkt: Der internationale Flughafenverband ACI geht von einem weltweiten Passagierwachstum um 4,9 Prozent pro Jahr bis 2040 aus, IATA erwartet ein jährliches Wachstum um 3,7 Prozent bis 2035. Die Flugzeughersteller Airbus und Boeing rechnen mit 4,5 Prozent respektive 4,0 Prozent jährliches Passagierwachstum pro Jahr bis 2035.

„Bemerkenswert ist, dass Global 2000 zwar mit dem Urteil des Bundesverwaltungsgericht einverstanden ist, gleichzeitig aber seine Bewertungskompetenz in Frage stellt. Das Bundesverwaltungsgerich hat nämlich das Erreichen der Kapazitätsgrenze am Flughafen Wien bis 2025 ausdrücklich als plausibel angesehen“, heißt es vom Flughafen.

„Flughafen und Luftfahrt genießen Steuerprivilegien“
Es ist richtig: Flughäfen und Airlines sind in manchen Bereichen steuerbefreit. Das will die Flughafen Wien AG aber nicht unreflektiert stehen lassen: „Verschwiegen wird dabei, dass die Luftfahrt als einziger Verkehrsträger ihre Infrastrukturkosten selbst trägt und nicht wie Schiene oder Straße Zuschüsse aus dem nationalen Staatsbudget erhält. Im Gegenzug dazu leistet die österreichische Luftverkehrswirtschaft rund 2,3 Milliarden Euro an Steuern und Sozialabgaben an die Republik und erwirtschaftet etwa 1,8 Prozent des BIP.“

Die Grundsteuerbefreiung des Flughafen Wien bedeute, dass der Airport seine gesamten Standortkosten, wie Errichtung und Instandhaltung der Infrastruktur, des Straßensystems, Winterdienste, Feuerwehr, Ver- und Entsorgung und andere Kommunalleistungen zur Gänze selbst und ohne Steuermittel finanzieren müsse. „Der börsenotierte Flughafen Wien erhält im übrigen keinen einzigen Cent aus Steuergeldern, sondern finanziert seine Investitionen ausschließlich aus dem selbst erwirtschafteten Kapital“, heißt es in der Stellungnahme des Flughafens weiter.

„Bahn wird unter Flughafenausbau leiden“
Diese Argumentation ist teilweise schwer zu halten. So hat die ÖBB in den letzten Jahren ihre Bahninfrastruktur am Airport für den internationalen Fernverkehr ausgebaut und fährt seit Dezember 2015 mit Railjet- und ICE-Fernzügen aus ganz Europa direkt zum Flughafen Wien – ganz im Sinne des Modal Split. „Bereits heute können Passagiere zum Beispiel mit der Bahn direkt vom Flughafen Wien weiter über Linz und Salzburg nach Vorarlberg und zu internationalen Zielen in der Schweiz, Deutschland und weiteren Ländern reisen. Mit dem Ausbau von Flughafen-Drehkreuzen wird auch der Bahnverkehr wachsen, weil mehr Passagiere diese Verkehrsknotenpunkte frequentieren und die Airport-Standorte immer besser erreichbar sein werden“, so das Statement des Flughafens.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Austrian Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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