Flughafen Wien AG will CO2-neutral werden

Airport erreicht Level-3-Zertifizierung.

B-Gates am Flughafen Wien (Foto: Flughafen Wien AG).

Die börsennotierte Flughafen Wien AG hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt den Unternehmensbetrieb vollständig kohlenstoffdioxidfrei zu gestalten. Dazu wurden seit 2012 diverse Maßnahmen gesetzt, die nach Angaben der Geschäftsleitung die Emissionen um 27 Prozent gesenkt haben sollen.

"Nachhaltigkeit und Energieeffizienz sind für den Flughafen Wien wichtige Unternehmensziele und die Level 3-Zertizifierung durch ACI bestätigt, dass wir hier sehr erfolgreich unterwegs sind. Die Ergebnisse der letzten Jahre zeigen, dass es möglich ist, wirtschaftlich erfolgreich zu sein und Kosten und Energieverbrauch zu senken. Bis 2022 wollen wir den CO2-Ausstoß im Vergleich zu 2012 um 30 Prozent reduzieren. Langfristig soll der Flughafen Wien ein CO2-neutraler Betrieb werden", erklären die Vorstände Günther Ofner und Julian Jäger.

Das Airport Carbon Accreditation System (ACAS) ist ein ausschließlich für Flughäfen entwickeltes Programm zur Bilanzierung und Reduktion von beeinflussbaren CO2-Emissionen am Standort. Dabei werden auf Basis internationaler Normen die Treibhausgasemissionen von Airports mit einer unabhängigen Überprüfung der errechneten CO2-Bilanz erfasst und Reduktionsziele festgelegt – mit dem Ziel, ein CO2-neutraler Flughafen zu werden. Der Weg dorthin erfolgt in vier Stufen: Der Flughafen Wien wurde bereits im Jahr 2013 Level 1 zertifiziert, 2015 erfolgte der Aufstieg zum Level 2. Um Level 3 zu erreichen, müssen alle Standort ansässige Unternehmen in die CO2-Optimierung eingebunden werden.

Level 3 hat der Flughafen Wien jetzt erreicht. Dazu waren umfangreiche Erhebungen der Emissionen erforderlich, die auch den Flugverkehr und den landseitigen Verkehr beinhalten. Neben der zusätzlichen Darstellung der CO2-Emissionen des gesamten LTO-Zyklus (Landing and Take-off/ Start und Landung unterhalb von 1.000 Metern) und des CO2-Ausstoß durch Triebwerksprobeläufe, durch Bodenabfertigungsgeräte von Dritten, des gesamten Strombezuges des Standortes Flughafen Wien (inkl. Mieter und anderer Unternehmen am Standort) sowie des gesamten landseitigen Verkehrs, verursacht sowohl durch an- und abreisende Passagiere als auch Mitarbeiter waren Maßnahmen gefordert, die unternehmensübergreifend zu einer Verringerung des gesamten CO2-Ausstoßes beitragen.

Darüber hinaus hat sich die Flughafen Wien AG das Ziel gesetzt, den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß pro Verkehrseinheit bis 2022 im Vergleich zu 2012 um 30% zu senken. Dazu sind Investitionen in Energieeffizienz und CO2-Reduktionsmaßnahmen von bis zu 30 Millionen Euro vorgesehen. So wurden schon 2016 zwei Photovoltaik-Anlagen mit über 2000 Solarmodulen auf einer Gesamtfläche von rund 3.200 Quadratmetern in Betrieb genommen und erzeugen mehr als 500.000 Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr. Eine weitere Anlage wird 2017 am Dach des Air Cargo Centers entstehen und mit rund 5000 Qaudratmetern eine der größten Photovoltaikeinrichtungen Österreichs sein. Durch Umrüstung der Beleuchtungsanlagen und Klimaeinrichtungen, Optimierung der Fernleitungssysteme sowie Investitionen im Fuhrparkbereich konnten bereits nachhaltige Verbesserungen in der Energieeffizienz erreicht werden.

Bis 2020 soll der Flughafen-Fuhrpark umfassend auf elektro- und erdgasbetriebene Fahrzeuge umgestellt werden, bereits heute betreibt der Flughafen Wien eine der größten Erdgasauto-Flotten Österreichs. Durch die Umstellung von dieselbetriebenen auf künftig 30 Stück elektro-betriebene Catering-Hubwägen werden jährlich rund 275.000 Liter Diesel eingespart.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Austrian Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Austrian Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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