Fix: Niki geht an International Airlines Group (IAG)

Der Airlinekonzern gibt 36,5 Millionen Euro für die ehemalige Air-Berlin-Tochter aus.

Foto: Martin Metzenbauer

Eine große Überraschung war der Zuschlag von Niki-Insolvenzverwalter Lucas Flöther an die International Airlines Group (IAG) nicht gerade. Wie am Freitagabend bekannt gegeben wurde, wird die Muttergesellschaft von British Airways, Iberia, Vueling und Level für den Österreich-Ableger von Air Berlin insgesamt 36,5 Millionen Euro in die Hand nehmen - 20 Millionen Euro gehen an die Gläubiger, 16,5 Millionen Euro werden in die Airline selbst gesteckt.

Wie erwartet wird Niki dabei in der Billigtochter Vueling aufgehen. Dazu wird die IAG eine eigene Tochtergesellschaft mit Sitz in Österreich gründen, die "anfangs als eigener Betrieb" laufen wird, wie es von dem Airlinekonzern heißt. Die EU muss dazu noch ihren Sanctus geben - im Gegensatz zum vorher geplanten Kauf durch die Lufthansa dürften die Wettbewerbshüter hierbei kaum etwas zu bekritteln haben.

Eines ist dabei wohl fix: Die Marke "Niki" wird endgültig aus der Fluglandschaft verschwinden. Die (bis zu) 15 Flugzeuge, die von IAG übernommen werden, dürften bald in Vueling-Farben abheben. Die geleasten Maschinen machen aber nur einen Teil der Attraktivität des Niki-Pakets aus. Viel interessanter dürfte das laut IAG "attraktive Slot-Portfolio" an den Flughäfen Wien, Düsseldorf, München, Palma und Zürich sein. Willie Walsh, CEO der IAG erklärte dazu, dass der Deal Vueling ermöglichen werde, die Präsenz in Österreich, Deutschland und der Schweiz zu erhöhen. Wie die Pläne genau aussehen, soll demnächst bekannt gegeben werden.

Drei Viertel der Mitarbeiter sollen neu angestellt werden
Ein positives Signal gibt es in Richtung der Niki-Mitarbeiter: Rund 740 von ihnen sollen auch in der Nachfolgegesellschaft Platz finden - damit könnten rund drei Viertel der Beschäftigten weiterarbeiten. Freilich zu neuen Konditionen. Ob diese der Gewerkschaft gefallen werden, kann man jetzt noch nicht sagen. Wolfgang Katzian, Vorsitzender der GPA-djp, verbreitet jedenfalls Optimismus: "Die Entscheidung für den Verkauf von NIKI an die IAG bringt für die leidgeprüften Beschäftigten eine Perspektive, die Grund für Optimismus gibt. Unter allen Optionen ist die Entscheidung jene, die am meisten Arbeitsplätze sichern wird."

Vueling wurde 2004 gegründet und ist mit derzeit mit mehr als 100 Flugzeugen von 17 Basen in fünf europäischen Ländern zu über 100 Destinationen unterwegs. Der Kernmarkt ist Spanien, wo die Airline 11 Stützpunkte betreibt. Dazu kommen noch Paris Charles-de-Gaulles und Orly in Frankreich, Rom und Florenz in Italien sowie Amsterdam und Zürich. Spannend wird jedenfalls, ob Wien künftig auch als Basis auf der Vueling-Landkarte zu finden sein wird. Immerhin steuert die Billigairline bereits seit dem Jahr 2009 den Flughafen Wien-Schwechat an.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Austrian Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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