FDH: VLM tritt InterSky-Erbe an

Drei betagte Fokker 50 sollen Hamburg, Berlin-Tegel und Düsseldorf im doppelten Tagesrand ansteuern.

Mit drei Fokker 50 ist VLM auch für CityJet tätig (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die belgische Fluggesellschaft VLM plant ab 15. Feber 2016 drei Turbopropflugzeuge des Typs Fokker 50 auf dem sich nahe Bregenz befindlichen Flughafen Friedrichshafen zu stationieren. Mit diesem Maschinen sollen primär die Destinationen Hamburg, Düsseldorf und Berlin-Tegel im doppelten Tagesrand angesteuert werden. Diese Routen bediente vormals die in den Konkurs geflogene Regionalfluggesellschaft InterSky. Über die Hansestadt soll es auch Anschlussflüge nach Rotterdam und Antwerpen geben.

VLM und InterSky verbindet eine zumindest kurzweilige, gemeinsame Geschichte, denn im Zuge der CityJet-Übernahme durch Intro Aviation, die auch die Mehrheit an der ehemaligen österreichischen Regionalfluggesellschaft hält, ging auch VLM an die Beteiligungsgesellschaft des Hans Rudolf Wöhrl. Im Oktober des Vorjahres veräußerte man die belgische Airline allerdings im Rahmen eines Management-Buy-Outs.

Über der VLM-Absicht ab Friedrichshafen zu starten, schweben allerdings große Fragezeichen, denn verschiedenen, inhaltlich übereinstimmenden belgischen Medienberichten nach, soll sich die Regionalfluggesellschaft ebenfalls in einer schweren finanziellen Krise befinden. Offiziell soll der Start der belgischen Regionalfluggesellschaft VLM Anfang kommender Woche verkündet werden.

Die Flotte des Carriers besteht aus insgesamt 12 Fokker-50, die ein Durchschnittsalter von 26,1 Jahren aufweisen. Drei Maschinen befinden sich weiterhin im ACMI-Einsatz im Auftrag der ehemaligen Muttergesellschaft CityJet, während man darüberhinaus unter eigener Marke folgende Strecken anbietet: Hamburg-Antwerpen, Hamburg-Rotterdam, Genf-Antwerpen, Southampton-Antwerpen, Birmingham-Antwerpen, Birmingham-Waterford und Waterford-London Luton. Einige weitere Strecken, beispielsweise nach Zürich, mussten zwischenzeitlich mangels Wirtschaftlichkeit wieder aufgegeben werden.

Die belgische Regionalfluggesellschaft VLM ist darüberhinaus Westeuropas Erstbestellerin des russischen Sukhoi SuperJet SSJ-100-95. Zwei geleaste Maschinen sollen im dritten Quartal 2016 übergeben werden, während sich die Airline die Option auf zwei weitere Einheiten sicherte. Ursprünglich hätten diese bereits im heurigen Frühjahr ausgeliefert werden sollen, jedoch entschied man sich offiziell aufgrund fehlender luftfahrtrechtlicher Genehmigungen für eine spätere Abnahme. Angesichts der kolportierten VLM-Finanzlage erscheint auch der neue Termin durchaus fraglich.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Austrian Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Austrian Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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