Farewell: Helvetic mustert letzte Fokker 100 aus

Niederländischer Regionaljet war 15 Jahre lang das Rückgrat der Flotte.

Fotos: Helvetic Airways AG.

Bei der Fluggesellschaft Helvetic Airways endete am Freitag eine Ära, denn nach über 15 Jahren Betrieb musterte der Carrier die letzte Fokker 100 aus. Dieses Muster bildete in diesem Zeitraum stets das Rückgrat der Flotte, wobei bei man gar sehr lange überhaupt nur Fokker 100 betrieb.

„In all den Jahren, in welchen die Fokker 100 in unserem Dienst standen, haben sie die Schweizer Nationalfarben mit Stolz in alle Ecken Europas getragen. Es ist ein besonders emotionaler Moment, in dem wir uns heute von diesem Mythos der Schweizer Luftfahrt trennen müssen“, so Chief Operating Officer Simon Schatzmann, der selbst als Kapitän den Abschiedsflug steuerte.

Die Maschine führte einen exklusiven Rundflug über der Schweiz durch, bevor sie ein letztes Mal auf der Piste vom Flughafen Zürich aufsetzte. Im Anschluss an den offiziellen Teil am Boden überflog der Spezialflug 2L 100 die Schweiz, an Bord Pressevertreterinnen und -vertreter, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ausgewählte Gäste. Bei der Landung wurde das Flugzeug mit dem Kennzeichen HB-JVG durch die Flughafenfeuerwehr mit Wasserfontänen empfangen. Die CO2-Emmissionen für diesen Flug wurden in einem Klimaschutzprojekt der Stiftung myclimate in der Schweiz vollständig kompensiert.

Erster Embraer E190-E2 kommt im Herbst 2019

Noch vor etwas weniger als zwei Jahrzehnten führte kein Weg an den Fokker 100 vorbei, und sie trugen maßgeblich zum Erfolg von Helvetic Airways bei. Seit November 2003 haben die Maschinen niederländischer Herkunft fast 180.000 Flugstunden und 140.000 erfolgreiche Landungen gemeistert. Mit ihren insgesamt 89.300.000 zurückgelegten Kilometern haben die Fokker 100 das Äquivalent von 116 Hin- und Rückflügen zum Mond geschafft. Dank der exzellenten Wartung werden die Fokker 100 von einer anderen Gesellschaft weiterhin als Passagierflugzeuge eingesetzt.

Die Umflottung wurde bei Helvetic allerdings vor einiger Zeit eingeleitet, denn man übernahm jene sieben Embraer 190, die zuvor von Lauda betrieben wurden. Mittlerweile hat man 11 Maschinen dieses Typs in der Flotte. Diese werden jedoch ab Herbst 2019 durch fabrikneue Embraer E190-E2 ersetzt. Insgesamt haben die Schweizer 12 Einheiten fix bestellt und halten Optionen für ein weiteres Dutzend.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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