FACC AG erzielt Rekordergebnis

Aktionäre sollen eine Dividende von 0,11 Euro je Aktie erhalten.

FACC Technologiezentrum (Foto: FACC AG).

Der österreichische Luftfahrtzulieferer FACC AG konnte im Geschäftsjahr 2017/18 das beste wirtschaftliche Ergebnis in der knapp 30-jährigen Unternehmensgeschichte erwirtschaften. Der Konzernumsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 45 Millionen Euro auf 750,7 Millionen Euro - eine Verbesserung um 6,4 Prozent.

"Wir haben unser oberstes Ziel, das operative Wachstum erfolgreich zu gestalten, bestmöglich erreicht. Mit unserer Dynamik ist es gelungen, nicht nur unseren Umsatz weiter zu erhöhen, sondern vor allem unser Ergebnis und unseren Cashflow signifikant zu steigern", sagt Robert Machtlinger, CEO der FACC AG. "Man kann durchaus mit Stolz sagen: Das war das bisher beste Jahr in der Geschichte von FACC."

Die Umsatzerlöse aus Produktlieferungen konnten um 6,9 Prozent auf 691,0 Millionen Euro gesteigert werden. Wesentliche Treiber im Bereich der Produktumsätze bildeten im Geschäftsjahr 2017/18 die Programme für die Airbus-A320-Familie, den Airbus A350 XWB, die Boeing 787 sowie für Bombardier und Embraer Business Jets. Alle weiteren Programme, darunter auch sämtliche Komponenten für die Ausstattungen von Triebwerken der Hersteller Rolls-Royce und Pratt & Whitney, haben sich entsprechend den Planungen des FACC-Managements entwickelt und zum Wachstum des Konzerns beigetragen. 
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 63,8 Millionen Euro (Vorjahr: 24,9 Millionen Euro). Die Einmaleffekte von 15,5 Millionen Euro ergaben sich im Wesentlichen aus den Abschlüssen von Kundenverhandlungen. Die relevanten Forderungen wurden in den Vorperioden im Zuge der IAS-8-Restatements wertberichtigt bzw. Rückstellungen gebildet.
Die Nettoverschuldung belief sich zum 28. Februar 2018 auf 181,9 Millionen Euro (Vorjahr: 197,0 Millionen Euro). Die liquiden Mittel des FACC-Konzerns betrugen zum Bilanzstichtag 63,5 Mio. EUR (Vorjahr: 48,3 Millionen Euro). 

Das Eigenkapital des FACC-Konzerns erreichte per Ende des Berichtsjahres einen Wert von 323,1 Millionen Euro. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote am 28. Februar 2018 von 45,9 Prozent (Vorjahr: 39,4 Prozent).Zum Stichtag am 28. Februar 2018 betrug der Mitarbeiterstand des FACC-Konzerns 3.402 Vollzeitäquivalente (FTE) (Vorjahr: 3.393 FTE). Für das Geschäftsjahr 2017/18 schlägt der Vorstand dem Aufsichtsrat die Auszahlung einer Dividende pro Aktie in Höhe von 0,11 Euro.

Der Wachstumstrend in der zivilen Luftfahrtindustrie wird auch in Zukunft weiter anhalten: Analysen der OEM bestätigen die konstante jährliche Zunahme des Passagieraufkommens von rund 4,5 Prozent. In den kommenden 20 Jahren wird sich die Flotte an Flugzeugen weltweit von derzeit 21.000 Verkehrsflugzeugen (Quelle: Marktausblick – Airbus) bis zum Jahr 2036 auf 42.500 Flugzeuge mehr als verdoppeln. Aus der derzeit bestehenden Flotte werden 12.800 Flugzeuge außer Dienst gestellt und durch moderne Flugzeuge ersetzt werden. Entsprechend dieser Einschätzung besteht bis zum Jahr 2036 ein Bedarf an 34.900 neuen Flugzeugen mit mehr als 100 Sitzplätzen. Es wird dabei von einer deutlichen Verschiebung hin zu den neuen Wachstumsmärkten China und Indien ausgegangen.

Dank der langfristig stabilen Nachfrage bleibt das Erreichen des Umsatzziels von 1 Milliarden Euro gemäß der Konzernstrategie „Vision 2020“ bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020/21 aufrecht. Für die Folgejahre wird von einer stufenweisen Steigerung der Fertigungsrate in wesentlichen Programmen ausgegangen. Bedingt durch das ausgewogene und moderne Produkt- und Kundenportfolio von FACC kann das Unternehmen vom generellen Wachstum aller bedeutenden Flugzeugfamilien profitieren. 
Einen besonderen Fokus legt FACC auf die Abwicklung der im letzten Jahr unterschriebenen Neuaufträge in Höhe von rund 750 Mio. EUR. Erste Umsätze aus diesen Neuaufträgen werden für das erste Halbjahr des Geschäftsjahrs 2019/20 erwartet.

Für das Geschäftsjahr 2018/19 erwartet FACC auf Basis der heutigen Markteinschätzung und des aktuellen Produktmixes des Konzerns ein Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich. An den Initiativen zur Erhöhung des Automatisierungsgrads und der Produktivität sowie dem Outsourcing der Produktion von einfachen Composite-Teilen in die Supply Chain hält der Konzern weiterhin fest. Das wird zu einer überproportionalen Verbesserung der Ertragslage führen. 

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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