EVA Air will stärker mit Austrian Airlines zusammenarbeiten

Edward Ho, General Manager für Österreich und CEE der Taiwanesischen Airline, im Interview mit Austrian Aviation Net.

EVA Air General Manager Edward Ho (Foto: Martin Metzenbauer).

Vor ziemlich genau 27 Jahren - am 11. November 1991 - startete EVA Air zu ihrem Erstflug nach Wien. Seitdem hat sich die private Taiwanesische Airline aus dem Evergreen-Konzern fest am österreichischen Markt etabliert und ihre Flüge zwischen Wien und Taipeh mittlerweile auf tägliche Flüge (vier davon via Bangkok) ausgebaut. Seit Ende der 1990er Jahre ist Edward Ho für den österreichischen Markt zuständig - Austrian Aviation Net traf ihn zum Interview im EVA Air Büro am Flughafen Wien-Schwechat.

Austrian Aviation Net: EVA Air hat vor ein paar Monaten die Kapazität nach Wien deutlich erhöht. Wie wurden die zusätzlichen Nonstop-Flüge nach Taipeh von den Fluggästen angenommen?

Edward Ho: Die Nonstop-Verbindung nach Taipeh ist für viele Passagiere vorteilhaft. Seit zusätzlich zu den Flügen Wien-Bangkok-Taipeh noch die drei Direktflüge Wien-Taipeh gestartet wurden, konnten wir einen deutlichen Zuwachs an Fluggästen verzeichnen. Interessanterweise ist auch die Auslastung von 85 Prozent im letzten Jahr auf 89 Prozent heuer gestiegen. Wir transportieren rund 280 Personen pro Flug, heuer erwarten wir insgesamt ca. 100.000 Passagiere pro Richtung. Diese Route ist also ein großer Erfolg. 

Austrian Aviation Net: Sie fliegen auf zwei Routen in Konkurrenz mit anderen Airlines - nach Bangkok mit Austrian und Thai und nach Taipeh mit China Airlines. Was tun Sie, um unter diesen Mitbewerbern erfolgreich zu sein?

Edward Ho: Der wichtigste Punkt ist für uns die Qualität. Wir freuen uns jedenfalls, die Routen mit unseren Mitbewerbern zu teilen, da wir den Markt dadurch gemeinsam von Wien aus größer machen können. Wir konzentrieren uns auch nicht so sehr auf den Wettstreit, sondern auf ein möglichst gutes Flugerlebnis für unsere Gäste, da Taiwan ein guter Knotenpunkt für weiterreisende Passagiere nach ganz Asien ist. Auch über Wien kann man für Reisen in viele europäische Städte bequem umsteigen.

Austrian Aviation Net: Haben Sie die Flugpläne für den Winter verändert?

Edward Ho: Nein, der Winterflugplan ist mit den sieben wöchentlichen Flügen ident mit dem Sommerflugplan.

Ab Mai wird die Boeing 787-9 nach Wien eingesetzt (Foto: EVA Air).

Austrian Aviation Net: Taiwan ist ja nicht nur Umsteige- sondern auch interessante Touristendestination. Haben Sie eine Steigerung bei den österreichischen Touristen bemerkt, seit die neuen Flüge eingeführt wurden? 

Edward Ho: Ja, es gibt einen Anstieg bei den österreichischer Taiwan-Reisenden. Damit es noch mehr werden, führen wir auch immer wieder Marketing-Kampagnen durch.

Austrian Aviation Net:Was sind Ihre persönlichen Empfehlungen für Touristen in Taiwan für einen Kurzurlaub? 

Edward Ho: Man kann in Taiwan nur wenige Stunden, aber auch einen ganzen Monat als Tourist verbringen. Meine „Top 3“-Empfehlungen sind Taipeh, meine Heimatstadt Tainan und der Taroko Nationalpark an der Ostküste. Taiwan ist wie gesagt aber auch ein guter Ausgangspunkt für weitere Reisen innerhalb Asiens.

Austrian Aviation Net: Wie viele Passagiere steigen von Wien aus in Taiwan um? Und was sind die häufigsten Umstiegsziele?

Edward Ho: Ungefähr 70 Prozent der Fluggäste sind Transitpassagiere. Bei Touristen sind die Philippinen, Bali oder Hong Kong beliebte Ziele. Geschäftsreisende fliegen besonders häufig nach Shanghai, Hong Kong, Guangzhou und Shenzhen weiter.

Austrian Aviation Net: Ist der Verkehr von oder nach Taiwan wichtiger für die Wien-Taipeh-Route?

Früher kam EVA Air mit dem Airbus A330 nach Wien (Foto: Peter Unmuth).

Edward Ho: Wenn man die Passagiere nach dem Verkaufsort der Tickets betrachtet, stammen rund 75 Prozent aus Taiwan bzw. aus Asien.

Austrian Aviation Net: EVA Air hat vor kurzem ihre erste Boeing 787-9 in Betrieb genommen. Ab dem kommenden Mai wird das Muster auch bereits auf den Wien-Flügen eingesetzt. Wie ist es dazu gekommen?

Edward Ho: Die Unternehmensführung in Taipeh hatte schon früh überlegt, das neueste Fluggerät auf der Wien-Strecke einzusetzen. Wir sind wirklich sehr stolz darauf, dass Wien so bald den brandneuen „Dreamliner“ bekommt. Wien war 1991 die erste Langstrecken-Destination im EVA-Air-Netzwerk und ist nun auch die erste Station außerhalb Asiens für die Boeing 787-9. EVA Air hat insgesamt 24 neue Flieger bestellt: Vier davon sind Boeing 787-9 und 20 sind Boeing 787-10, die die Airbus 330-200 Modelle ersetzen. Es sind Flieger mit einem neuen Interiordesign, angenehmeren Kabinendruck und größeren Fenstern, die den Passagieren mehr Komfort bieten sollen.

Austrian Aviation Net: Welche Art der Kooperation gibt es zwischen EVA Air und dem Wiener Star-Alliance-Partner Austrian Airlines?

Edward Ho: EVA Air bemüht sich immer um „Win-Win“-Situationen mit ihren Partnern, egal ob mit oder ohne Codeshare. EVA Air ist an einem Codeshare mit Austrian interessiert, um die Zahl der Transitpassagiere zu erhöhen. Beide Seiten könnten von Vereinbarungen auf ausgewählten Routen profitieren.

Nicht nur die Hauptstadt Taipeh sondern auch faszinierende Landschaften wie im Taroko Nationalpark begeistern Touristen in Taiwan (Foto: Pixabay).

Austrian Aviation Net: Wie ist der momentane Status von Flügen zwischen Taiwan und dem chinesischen Festland?

Edward Ho: Der Flugbetrieb funktioniert seit 2008 problemlos und EVA Air und Uni Air fliegen 25 Destinationen in China an.

Austrian Aviation Net: Noch eine Frage zu Ihnen persönlich, Herr Ho. Sie leben seit vielen Jahren in Wien. Was mögen Sie an diesem Land?

Edward Ho: Ich wohne seit 1999 in Wien, nachdem ich schon 1993 meine Flitterwochen hier verbracht habe. Ich bin schon viel gereist, habe zwei Jahre in den USA studiert und genieße das Leben in Österreich sehr. Ich bin sehr stolz, ein Teil der österreichischen „Luftfahrt-Familie“ zu sein.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Austrian Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.
    Autor: Anna Schafgassner

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