Eurowings: Vida ist schockiert

Gewerkschaft erklärt Solidarität mit Kollegen aus Deutschland.

Foto: Philipp Valenta.

Die österreichische Verkehrsgewerkschaft Vida fordert in einer Aussendung, dass das "nach Österreich importierte Lohn- und Sozialdumping" betreffend der Lufthansa-Marke Eurwoings umgehend beendet wird. Man wirft vor, dass der Kranich-Konzern über eine "Briefkastenfirma" das Lohnniveau in ganz Europa drücken würde.

"Anstellungsverhältnisse, von denen jedem Belegschaftsvertreter sofort schwindlig wird, wählen auch andere europäische Billigfluglinien", verweist Schwarcz auf das steuerschonende Beispiel der Norwegian, die PilotInnen in Thailand über eine Firma in Singapur anstellen würde. In die Scheinselbstständigkeit würden PilotInnen bei Ryanair gedrängt.

Das Lohnniveau im neuen AUA-Kollektivvertrag sei zwar dem aktuellen von Eurowings ähnlich und liege rund ein Drittel unter jenem der Lufthansa. Aufgrund fehlender Gehaltssprünge und Entwicklungsmöglichkeiten sowie in Ermangelung einer kollektivvertraglichen Regelung zu Arbeitszeiten, sei zu befürchten, dass der Lufthansakonzern Strecken von der AUA und Swiss zur billigeren Eurowings auslagere, so Schwarcz: "Das wollen wir verhindern."

Lufthansa-Vorstandsvorsitzenden Carsten Spohr fordert Schwarcz im Zusammenhang mit dem in Deutschland schwelenden Konflikt um die Arbeitsbedingungen des Kabinenpersonals auf, "Vernunft einkehren zu lassen und an den Verhandlungstisch zu kommen. Es ist Spohrs Pflicht, einen Streik in Deutschland abzuwenden, der nur alles lahmlegen und sich bis nach Österreich auf die AUA auswirken würde". Eine befristete Beschäftigung von 20 FlugbegleiterInnen pro Monat bei Eurowings sei aus österreichischer arbeitsrechtlicher Sicht ein "Wahnsinn, der in illegalen Kettenarbeitsverhältnissen münden könnte", ist der Vida-Gewerkschafter entsetzt und spricht den deutschen KollegInnen sein Solidarität aus.

Die Lufthansaführung müsse, statt weiter Unruhe unter den Beschäftigten zu schüren, endlich zu konstruktiven Gesprächen bereit sein. "Es müssen endlich verbindliche Standards für das Personal mit allen zuständigen Gewerkschaften für den gesamten Konzern erarbeitet werden und so schnell wie möglich zur Anwendung kommen", fordert der Gewerkschafter. Gelinge dies nicht, müsse man davon ausgehen, dass Spohr seine Führungsmannschaften im Konzern nicht ausreichend im Griff habe, um für Ruhe im Konzern zu sorgen.

"Auch in Österreich haben wir seitens der Gewerkschaft vida Eurowings zu konstruktiven Gesprächen aufgefordert, die bis jetzt negiert wurden. Der Lufthansakonzern glaubt offenbar, unter Ausschaltung der bei uns üblichen Sozialpartnerschaft hierzulande wie in Deutschland agieren zu können. Stellt sich kein Umdenken ein, werden auch wir im Kampf gegen die Unterwanderung durch Lohn- und Sozialdumping wie in Deutschland das gesamte Spektrum an gewerkschaftliche Maßnahmen ergreifen müssen", bekräftigt Schwarcz.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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