Eurowings und AUA versalzen Lufthansa Group die Suppe

Die LH-Billigtochter und Austrian Airlines schließen das erste Halbjahr im Gegensatz zu Lufthansa Passage und Swiss deutlich negativ ab.

Foto: Lufthansa

Nicht ganz unerwartet ist das erste Halbjahr 2019 für die Lufthansa Group eher unerfreulich verlaufen: Zwar konnte der Umsatz um drei Porzent auf 17,5 Milliarden Euro erhöht werden. Der Betriesgewinn (Adjusted EBIT) ging hingegen um weit mehr als die Hälfte auf 418 Millionen Euro zurück - im ersten Halbjahr 2018 hat dieser noch 1,05 Milliarden Euro betragen. Damit ging auch die Rendite deutlich hinunter: Die Adjusted EBIT Marge sank gruppenweit von 6,2 auf 2,4 Prozent.

Konnten sich Lufthansa Passage (Adjusted EBIT 403 Millionen Euro - minus 43 Prozent) und Swiss (Adjusted EBIT 215 Millionen Euro - minus 23 Prozent) noch halbwegs profitabel halten, ging es den beiden Sorgenkindern Austrian Airlines und Eurowings weniger gut. Die AUA konnte das schlechte erste Quartalsergebnis auch im Halbjahr nicht ins Positive drehen und erreichte ein Adjusted EBIT von minus 53 Millionen Euro - nach plus 5 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten 2018. Immerhin konnte Austrian Airlines das zweite Quartal alleine mit 46 Millionen Euro positiv abschließen. Für das Gesamtjahr rechnet man mit einem positiven Abschluss - "aber deutlich unter Vorjahr", so Austrian Airlines Finanzchef Wolfgang Jani. 2018 hat die AUA ein Adjusted EBIT von 83 Millionen Euro erwirtschaftet.

Die "schwarze Null" wird die Billigtochter Eurowings hingegen wohl noch länger nicht erreichen: Sie beendete das erste Halbjahr 2019 mit einem negativen Adjusted EBIT von minus 273 Millionen Euro - nach minus 220 Millionen Euro im Vergleichszeitraum 2018. Auch im Frühjahrsquartal von April bis Juni 2019 konnte sich Eurowings (derzeit noch einschließlich Brussels Airlines) nicht in den positiven Bereich drehen und schloss dieses mit einem Adjusted EBIT von minus 16 Millionen Euro (nach minus 8 Millionen Euro im Vergleichsquartal 2018) ab.

Eurowings kostet der Lufthansa Group momentan noch sehr viel Geld - das soll sich (irgendwann) ändern (Foto: Thomas Ramgraber).

"Unser Ergebnis wird durch einen harten Konkurrenzkampf in Europa mit hohen Überkapazitäten beeinflusst. Besonders betroffen sind die Kurzstrecken aus Deutschland und Österreich. Wir reagieren darauf, indem wir weiter Kosten senken und die Flexibilität erhöhen. Mit dem kürzlich vorgestellten Turnaround Plan werden wir außerdem Eurowings zu einer nachhaltig profitablen Airline machen", erklärte Ulrik Svensson, Finanzvorstand der Deutschen Lufthansa AG, zum Ergebnis.

Wie wird es im restlichen Jahr weitergehen? Wie bereits im Juni angekündigt, rechnet die Lufthansa Group für das Gesamtjahr mit einem Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich und einer Adjusted EBIT-Marge von 5,5 bis 6,5 Prozent. Anhaltende Überkapazitäten, ein aggressiver Wettbewerb und eine zunehmend preissensible Nachfrage würden bei den Netzwerk-Airlines und bei Eurowings weiterhin Druck auf die Durchschnittserlöse im Europaverkehr ausüben.

"Bei den Netzwerk-Airlines wird sich das Langstreckengeschäft voraussichtlich auch im weiteren Jahresverlauf überdurchschnittlich gut entwickeln. Angesichts der sich eintrübenden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Heimatmärkten des Konzerns sind allerdings die Risiken einer im Vergleich zur ersten Jahreshälfte schwächeren Entwicklung gestiegen", heißt es in einem Statement der Lufthansa Group.

Bei Eurowings arbeitet man über die Fokussierung auf europäische Kurzstrecken im Punkt-zu-Punkt Verkehr, die Verringerung der Komplexität und die Steigerung der Produktivität (unter anderem durch die Reduktion auf einen Flugbetrieb in Deutschland) weiter am finanziellen Turnaround. Insgesamt sollen die Stückkosten bis 2022 um 15 Prozent reduziert werden. Von Profitabilität wird man aber auch im Gesamtjahr noch weit entfernt sein: Im Jahr 2019 wird sich die Adjusted EBIT-Marge von Eurowings voraussichtlich auf minus 4 bis minus 6 Prozent belaufen.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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