Eurowings streicht und bucht auf Laudamotion um

Lufthansa-Tochter fehlen im Sommer vier Maschinen, die bislang von Niki Laudas Airline betrieben werden.

Airbus A340, betrieben von Brussels Airlines für Eurowings, am Flughafen Wien (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die Lufthansa-Tochter Eurowings streicht im Sommerflugplan punktuell zahlreiche Umläufe. Teilweise wird betroffenen Fluggästen eine Umbuchung auf Laudamotion angeboten und dies ungeachtet dessen, dass Erzrivale Ryanair als Investor eingestiegen ist.

Das Branchenportal Airliners.de berichtet unter Berufung auf eine Fluggastinformation, dass vier von 185 Flugzeugen nicht zur Verfügung stehen würden und es daher zu kurzfristigen Anpassungen im Sommerflugplan kommen würde. Gemeint sind selbstredend jene vier Airbus-Jets, die Laudamotion bis Ende Mai 2018 für Eurowings betreibt. Die Zusammenarbeit wird nicht verlängert, was verschiedene Gründe hat, jedoch benötigen die Österreicher das Fluggerät auch selbst.

"Wir prüfen derzeit, inwiefern wir nach dem Auslaufen der Laudamotion-Kooperation Umbuchungen vornehmen", so eine Eurowings-Sprecherin gegenüber Airliners.de, die auch bestätigte, dass es um die Kapazitäten der besagten vier Laudamotion-Jets gehen würde.

Eurowings ist offensichtlich nicht in der Lage die derzeit eingemietete Laudamotion-Kapazität selbst oder mittels anderer Wetleasepartner kurzfristig zu ersetzen. Hierbei könnte das Hauptproblem bei der Verfügbarkeit des Personals liegen, denn Piloten mit gültigem Airbus-A320-TR sind derzeit heiß begehrt und werden von verschiedenen Fluggesellschaften mit finanziellen "Zuckerln" umworben.

Laudamotion ist im Palma-de-Mallorca-Verkehr ab Deutschland hinsichtlich der wöchentlichen Frequenzen nach Eurowings die Nummer 2 auf dem Markt. Dies hängt damit zusammen, dass die Slots der ehemaligen Air-Berlin-Tochter Niki übernommen wurden.

Für Eurowings unpraktisch, aber ebenfalls eine Tatsache: Der ACMI-Markt in Europa ist derzeit regelrecht abgegrast, denn die meisten Anbieter haben ihr Fluggerät im heurigen Jahr auffällig langfristig bei verschiedenen Airlines untergebracht. Die starke Nachfrage für Wetlease-Maschinen resultiert unter anderem auch der Expansionen von Eurowings und Easyjet und der Tatsache, dass Piloten und Flugbegleiter händeringend gesucht werden.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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