Eurowings stationiert A321 in Düsseldorf

Ex-Lauda-Jets werden ab Nordrhein-Westfalen zum Einsatz kommen.

Foto: Jan Gruber.

Der Lufthansa-Billigableger Eurowings wird in Kürze insgesamt fünf Airbus A321 einflotten, die zuletzt an Mitbewerber Lauda verlast waren. Drei Maschinen sind derzeit noch bei der österreichischen Airline im Einsatz, werden jedoch vertragsgemäß bis Juni 2019 an Lufthansa zurückgegeben. Die OE-LES wurde nie an Lauda übergeben und war bis zur Umlackierung das letzte Flugzeug, das die Niki-Fliegen-Livery trug.

CH-Aviation.com berichtet, dass Eurowings Deutschland den ersten Airbus A321 am 1. Juni 2019 ab Düsseldof einsetzen wird. Die Zweistrahler sollen auf nachfragestarken Routen in Richtung Spanien, Griechenland und Portugal eingesetzt werden. Eurowings wollte diesen Umstand auf Anfrage allerdings nicht kommentieren.

Um die betroffenen Airbus A321 sowie einige A320 gab es einen gerichtlichen und öffentlichen Streit zwischen Lufthansa und Lauda. Während jener Phase, in der Air Berlin bereits insolvent war, jedoch Niki noch nicht, kaufte der Kranich große Teile der Flotte direkt bei den Leasinggebern. Das Interesse galt offensichtlich nur dem Fluggerät und nicht der Airline, denn die EU-Kommission signalisierte wiederholt, dass es kein grünes Licht geben wird. Die Wettbewerbshüter legten auch fest, dass Lufthansa die Maschinen an einen Niki-Käufer zu „marktüblichen Konditionen“ zu verleasen oder verkaufen habe.


Airbus A321 am Flughafen Wien (Foto: Jan Gruber).

Niki Lauda entschied sich für das Leasingmodell, jedoch wurden nie sämtliche Maschinen übergeben. Die Übergabe der OE-LES ist ein gutes Beispiel, denn diese verzögerte sich aufgrund von angeblichen Wartungsverzögerungen mehrfach, ehe der A321 dann nie übergeben wurde. Nachdem Ryanair bei Lauda eingestiegen ist, änderte sich nicht nur das Wording, sondern der Streit eskalierte. Michael O’Leary bezeichnete die von Lufthansa geleasten A320 und A321 als „exorbitant teuer“ und Lufthansa kündigte aufgrund angeblicher Zahlungsrückstände die Verträge auf. Der Fall landete in London vor Gericht. Es wurde eine Einigung erzielt, dass Lauda diese bis Juni 2019 zurückgeben wird. Seither flottet der österreichische Carrier zahlreiche A320, die von anderen Leasinggebern bezogen werden, ein.

Eurowings erhält nun sämtliche A320 und A321, die dry an Lauda verleast waren bzw. sind und wird diese im eigenen Flugbetrieb einsetzen. Dem aktuellen Informationsstand nach sollen die A321 ab Düsseldorf eingesetzt werden und weitere Jets als Backup-Maschinen bereitgehalten werden. Der Konzern erklärte wiederholt, dass man im Sommerflugplan 2019 mehr Reserveflugzeuge bereithalten wird, um eventuelle Verspätungen und Ausfälle abfangen zu können.

Die betroffenen A321 auf einen Blick:

D-AEUA (MSN: 1988; ehem. OE-LCG)
D-AEUB (MSN: 1994; ehem. OE-LCS)
D-AEUC (MSN: 3504; ehem. OE-LES)
D-AEUI (MSN: 5126; ehem. OE-LCJ)
D-AEUJ (MSN: 5133; ehem. OE-LCK)

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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