Eurowings macht die Langstrecke dicht

Integration von Brussels Airlines wird abgeblasen.

Airbus A330 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Bei der Lufthansa-Tochter Eurowings steht ein großangelegter Umbau an, denn der Carrier wird sich aus dem Langstreckengeschäft zurückziehen und die Anzahl der AOCs in Deutschland auf eines reduzieren. Der Fokus soll künftig auf Kurzstreckenflügen liegen, teilte Lufthansa im Rahmen des Investorentags mit. Die Langstreckenverbindungen sollen an die Netzwerkcarrier des Konzerns übergeben werden.

Die Strategieänderung hat auch Auswirkungen auf Brussels Airlines, denn die geplante und teilweise bereits vollzogene Eingliederung in das Lowcost-Brand des Kranichs wird nicht fortgesetzt. Die belgische Airline soll den Netzwerk-Carriern, also Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines, angenähert werden.

In Deutschland will Eurowings künftig nur noch ein AOC nutzen. Im Vorjahr hatte man auf der Kurzstrecke mit der Luftfahrtgesellschaft Walter (zwischenzeitlich verkauft), Germanwings, Eurowings Deuschland und Eurowings Europe vier konzerneigene Plattformen im Einsatz. Bereits heuer soll eine Reduktion auf Germanwings und Eurowings Deutschland durchgeführt werden. Dazu wird die Basis München (Eurowings Europe) an ein deutsches Konzern-AOC übergeben. Langfristig sollen Eurowings Deutschland und Germanwings endgültig zusammengeführt werden, so dass man unter einem einheitlichen AOC tätig ist.

Auch im Bereich der Wetleases soll es zu Veränderungen kommen, denn die von LGW betrieben Turbopropflugzeuge des Typs DHC Dash 8-Q400 werden nur noch bis 2021 angemietet. Die neun weiteren Maschinen, die beispielsweise von Tuifly und CSA betrieben werden, sollen ebenfalls retourniert werden. Eurowings will nur noch während der Sommer-Hochsaison auch auf Wetleases setzen.

Die neun ältesten Maschinen der A320-Familie werden ab heuer ausgeflottet. Als Ersatz werden in den Jahren 2021 und 2022 insgesamt 20 A320neo zur Flotte stoßen. Generell will sich Eurowings auf Flugzeuge der A320-Familie konzentrieren und keine anderen Maschinen mehr betreiben oder im Rahmen von Wetleases einsetzen.

Durch die Gesamtheit aller Maßnahmen will Eurowings eine Kostensenkung um 15 Prozent erreichen. „Wir haben mit den Airlines unserer Gruppe eine hervorragende Position in unseren Heimatmärkten, die zu den stärksten Märkten der Welt gehören. Unsere Service-gesellschaften sind weltweit führend. Diese Marktstärke werden wir noch konsequenter in nachhaltige Profitabilität und Wertschaffung übersetzen. Daher stellen wir heute konkrete Maßnahmen vor, die unsere Effizienz verbessern und für die Anteilseigner Wert schaffen. Denn wir wollen nicht nur für Kunden und Mitarbeiter die Nummer Eins sein, sondern auch für unsere Aktionäre die erste Wahl“, so Konzernchef Carsten Spohr.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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