Eurowings auf Mitarbeitersuche: "Sind deutlich über Niki-Niveau"

Lufthansa-Tochter sucht in Wien nach Cockpit- und Kabinenpersonal.

Eurowings möchte Niki-Personal aufnehmen (Foto: Martin Metzenbauer).

"Keiner von uns hat damit gerechnet, dass Niki so eine Entscheidung treffen musste. Wir hatten Niki schon fest eingeplant", erklärte Michael Knitter, Chief Commercial Officer von Eurowings im Rahmen eines Journalistengesprächs Freitagnachmittag. Nachdem die "Ehe" zwischen der Air-Berlin- und der Lufthansa-Tochter aufgrund der Insolvenz schon vor Beginn scheitert, öffnet Eurowings nun die Türen für das kurz vor Weihnachten arbeitslos gewordene Niki-Personal.

In Wien sollen es rund 100 Kapitäne und Copiloten sowie mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kabine sein, die Eurowings aufnehmen möchte. Die Airline möchte in Schwechat im kommende Jahr zu den bestehenden sechs Flugzeugen drei weitere Airbus-Maschinen stationieren. Derzeit sind viele Stellen noch durch deutsche Crews besetzt, die zu ihren Stationen zurückkehren könnten - daher die relativ hohe Zahl an offenen Angeboten.

Wer von den ehemaligen Niki-Crews konkretes Interesse hat, für Eurowings zu arbeiten, kann sich jedenfalls am 19. und 20. Dezember 2017 von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr im NH Vienna Airport Conference Center im Zuge von "Casting Days" vorstellen. Nähere Informationen gibt es unter www.eurowings.com/karriere.

Bedenken, dass Niki-Piloten gegenüber dem bisherigen Arbeitgeber finanzielle Einbußen befürchten müssen, zerstreut Knitter: "Wir bieten ein monetär deutlich besseres Arbeitsverhältnis. Wir sind da deutlich über Niki-Niveau." Konkret könne beispielsweise ein Kapitän mit einem Einstiegsgehalt von brutto 78.000 Euro pro Jahr rechnen, der Höchstverdienst liege über 100.000 Euro. Die Crews werden nach den Bedingungen von Eurowings Europe angestellt.

Interessant ist mit dieser Rekrutierungsaktion aber noch eine ganz andere Frage: Wenn Niki beispielsweise durch Niki Lauda oder einen anderen Investor aus der Insolvenz herausgekauft wird und weiterfliegt, könnte es passieren, dass aufgrund der offensiven Rekrutierungsmaßnahmen von Eurowings nicht mehr ausreichendes Personal zur Verfügung steht. Und das könnte ein nicht unwichtiger Faktor sein, der zum endgültigen Grounding für die ehemals zweitgrößte österreichische Airline werden.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Austrian Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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