EU-Kommission prüft Sabre und Amadeus

GDS-Anbieter werden auf mögliche Preisabsprachen überprüft.

Foto: Pixabay / Photomat.

GDS-Systeme wie Sabre, Galileo oder Amadeus sind seit einigen Jahren so mancher Fluggesellschaft durchaus ein Dorn im Auge geworden, denn Buchungen über diese Systeme werden zum Teil mit Aufschlägen "bestraft". Am Liebsten wäre es den meisten Airlines wahrscheinlich, wenn der komplette Flugscheinverkauf über die eigene Homepage ablaufen würde, doch so ganz auf GDS können nur die wenigsten Anbieter verzichten.

Die EU-Kommission eröffnete am Freitag ein offizielles Verfahren gegen die GDS-Betreiber Sabre und Amadeus mit dem Anfangsverdacht, dass die Verträge, die die beiden Anbieter mit Airlines und Reiseagenturen abschließen gegen Kartellvorschriften der Europäischen Union verstoßen könnten. Dies würde - so die Wettbewerbshüter - möglicherweise dazu führen, dass durch bestimmte Klauseln die Inanspruchnahme von mitbewerbenden Dienstleistern ausgeschlossen wird und so Wettbewerb unterbunden werde, was in weiterer Folge zu überhöhten Preisen führen könnte. Amadeus und Sabre weisen diese Vorwürfe jedoch zurück.

"Unsere Untersuchung zu Amadeus und Sabre konzentriert sich auf mögliche Beschränkungen des Wettbewerbs auf dem Markt für den Vertrieb von Flugtickets", so EU-Kommissarin Margrethe Vestager. "Wir haben Bedenken, dass solche Beschränkungen Innovationshemmnisse schaffen und die Ticketvertriebskosten erhöhen, was letztlich für die Fluggäste zu einem Anstieg der Ticketpreise führen könnte."

Ein formelles Prüfverfahren der EU-Kommission bedeutet nicht zwangsläufig, dass sich der Anfangsverdacht auch tatsächlich bestätigt. Mit einer Entscheidung der Wettbewerbshüter ist erst in einigen Jahren zu rechnen, wobei hier sowohl hohe Geldstrafen als auch die Einstellung des Ermittlungsverfahrens kommen könnten. 

Amadeus und Sabre stehen der Prüfung durch die EU-Kommission gelassen gegenüber und sind der Ansicht, dass diese ihr korrektes Verhalten bestätigen wird. Die weitere Entwicklung bleibt daher abzuwarten.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Austrian Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Austrian Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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