Essen unter Sternen

„Air Caterer Five Star“ heißt jetzt „Star Catering“ und stellt sich mit einem modifizierten Konzept neu auf.

Das Team um Michael Prantz (im Anzug, zweiter von Links, Fotos: StarCatering).

Als mittelgroßer Luftfahrt-Caterer hat man es im Österreich des Jahres 2013 nicht unbedingt leicht. Die Airlines sparen und reduzieren ihr Angebot eher als dass sie es erweitern und die übermächtige Konkurrenz von DO&CO samt Markenablegern macht das Leben für die Produzenten von Flugzeugessen wohl auch nicht einfacher.

Vor ein paar Jahren wurde in Fischamend – unweit des Flughafens Schwechat – ein sehr buntes und von weitem sichtbares Gebäude errichtet, in dem seit 2009 trotz aller Branchen-Widrigkeiten Airline-Menüs hergestellt werden. Das Startup konnte neben Fluglinien wie Ukraine International oder Condor auch eine Reihe von Executive-Unternehmen überzeugen und durch die nahe am Airport gelegene Produktionsstätte bequem beliefern. Als zweites, deutlich kleineres, Standbein fungierte die Lieferung von Fertiggerichten an Hotels und Supermärkte.

Allen Anfangserfolgen und Bemühungen zum Trotz waren die Produktionsstätten nicht voll ausgelastet. Daher wurde vor ein paar Monaten ein neues Konzept initiiert, das neben dem klassischen Geschäftsfeld noch zwei weitere Segmente enthält. Zum einen beliefert man nun auch Firmen mit Mitarbeitermenüs, zum anderen ist man in der Event-Branche tätig geworden. Der Name wurde mit dem neuen Business Plan geändert – aus der etwas sperrigen Air Caterer Five Star GmbH wurde die Star Catering GmbH. 

Austrian Aviation Net unterhielt sich mit Michael Prantz, dem neuen Managing Director des Unternehmens. Prantz kommt aus einem ganz anderen Bereich, nämlich der Hotellerie. Zuletzt war er 20 Jahre Direktor des Hotels Modul in Wien, davor unter anderem Hoteldirektor auf einer Reihe von Luxuslinern und in der Karibik. Den Weg zum Airline-Catering fand er bereits im Modul, wo er im kleinen Rahmen als „Jet Catering Modul“ für die Business Aviation aufgekocht hat.

Star Catering sorgt sich unter anderem um das leibliche Wohl der Condor-Passagiere ab Wien.

„Der Airline-Catering-Markt hat sich in den letzten Jahren gänzlich verändert. Der Bau in Fischamend auf 8500 m² Eigengrund mit 4500 m² Produktionsflächen wurde damals auf Grund eines Vertrages mit Delta Air Lines durchgeführt. Delta fusionierte dann kurz nach Fertigstellung des Betriebes in Fischamend mit Northwest Airlines und Wien wurde nicht mehr angeflogen“, so Prantz. In den letzten Jahren konnte sich Air Caterer Five Star aber einen namhaften Kundenstock im Inflight Catering aufbauen. Jedoch nur ein Standbein zu haben sei, wie Prantz erklärt, „einfach eine Gradwanderung“.

Unter dem neuen Namen StarCatering gibt es nun drei Hauptgeschäftsbereiche, nämlich „Flight“, „Business“ und „Event“. Die moderne und große Infrastruktur in Fischamend mit einer Küche, die täglich tausende Mahlzeiten produzieren kann, soll also künftig auch durch Event- und Firmen-Catering besser ausgelastet werden.

Dem Kerngeschäft will man freilich treu bleiben. „Wir analysieren derzeit unsere Möglichkeiten im Inflight Catering nicht nur in Wien sondern in ganz Österreich“, sagt Prantz, „In weiterer Folge werden wir unsere Möglichkeiten durch Joint Ventures oder auch eigenständig in Europa ausloten, in jedem Fall ist es das Ziel von StarCatering, einen fairen Marktanteil im Inflight Business zu erhalten und zu erarbeiten.“

Im Zuge dessen sollen auch noch einmal die Baumaschinen anrollen. „Wir wollen unseren Standort in Fischamend, der ja lediglich 8 Kilometer vom Flughafen Wien entfernt ist, erweitern . Wir planen  die 4000 m² unverbaute Fläche auf unserem Grundstück mit einem Zubau zu vervollständigen. Ebenso evaluieren wir die Möglichkeiten, unsere Airside-Flächen am Flughafen Wien zu vergrößeren“, so Prantz.

„Insofern wir diese Grundvoraussetzungen schaffen, wollen wir zu einem aktiven Mitbewerber beim Inflight Catering für jegliches Airline-Catering werden. Nicht von heute auf morgen – unser Ziel ist übermorgen“, gibt der Managing Director die Ziele vor. „Der Mitbewerb in diesem Bereich ist ja, wie wir alle wissen, im Moment eher einseitig. Wir wollen durch Infrastruktur Airside, Nähe zu unserer Produktionsfläche, gepaart mit professionellen Verantwortlichen von StarCatering ganz einfach neue Akzente auch im Inflight Catering schaffen.“

Der moderne Betriebsstandort in Fischamend.

Auch beim Business-Jet-Catering gebe es laut Prantz „viel Luft nach oben“. Der Marktanteil am GAC VIE Airport betrage derzeit knapp acht Prozent, soll aber erweitert werden. „Wir erhalten laufend Feedback von GAC-Kunden, die uns gerne mal als Caterer versuchen würden.“

Insgesamt habe sich laut Prantz die neue Struktur des Unternehmens mit den zusätzlichen Geschäftsfeldern seit Februar 2013 als sehr erfolgreich erwiesen. So betreut StarCatering  mittlerweile zwei Gemeinden in Niederösterreich mit Senioren-, Kindergarten-, Hort- und Schulverpflegung.

„Wir liefern täglich 500 Mahlzeiten an Bürogebäude in Wien und werden bis Jahresende noch zwei sehr namhafte Betriebsrestaurants in Unternehmen mit insgesamt mehr als 1.000 Mitarbeitern übernehmen“, freut sich Prantz. Auch im Bereich Event Catering konnte man in der kurzen Zeit auf namhafte Referenzen verweisen. Private Veranstaltungen wie Hochzeiten wurden ebenfalls bereits beliefert.

Ab Jänner 2014 wird  das Unternehmen außerdem ein  Konferenzzentrum für 600 Personen und ein Restaurant für 150 Personen in Wien übernehmen.

StarCatering hat also ehrgeizige Pläne, trotz des rauen Umfeldes mit einem breiteren Angebot erfolgreich zu sein. Ob dies gelingt, steht freilich in den Sternen - der Neuanfang sieht jedenfalls spannend aus.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Austrian Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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