Emissionshandel: EU veröffentlicht Mittelwert

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Die Europäische Kommission hat heute in ihren Vorbereitungen einen weiteren Schritt unternommen, den Luftverkehr ab 1. Januar nächsten Jahres voll in das Emissionshandelssystem der EU (EU-EHS) einzubinden. Sie hat den historischen Mittelwert der Luftverkehrsemissionen beschlossen, auf dessen Grundlage die Menge von Zertifikaten berechnet wird, die Luftfahrzeugbetreibern ab 2012 zur Verfügung steht.

Die EU-Kommissarin für Klimapolitik Connie Hedegaard erklärte:„Die Emissionen aus dem Luftverkehr steigen schneller an als die Emissionen anderer Sektoren und werden allen Vorhersagen zufolge auch weiterhin unverhältnismäßig stark anwachsen, wenn alles so weiterläuft wie bisher.“ Für sie sei „entschlossenes Handeln“ unumgänglich. „Mit der Veröffentlichung der Daten, auf die sich die Zuteilung der Zertifikate stützen wird, bereiten wir den Weg für die vollständige Einbeziehung des Luftverkehrs in das Emissionshandelssystem“, so Hedegaard weiter.

Die historischen Luftverkehrsemissionen belaufen sich laut Beschluss der Kommission auf 219,476,343 Tonnen CO2 und sind der Mittelwert der veranschlagten jährlichen Emissionen aller Flüge 2004, 2005 und 2006, die von europäischen Flughäfen aus gestartet sind oder dort ankamen - Flüge, die künftig unter das EU-EHS fallen. Auf der Grundlage dieses Mittelwerts der jährlichen Luftverkehrsemissionen 2004-2006 können den Luftfahrzeugbetreibern 2012 Zertifikate über 212,892,052 Tonnen CO2 zugeteilt und ab 2013 Zertifikate über jährlich 208,502,525 Tonnen CO2 ausgestellt werden.

Der Berechnung der historischen Luftverkehrsemissionen liegen Daten von Eurocontrol – der Europäischen Organisation für die Sicherheit der Luftfahrt – und Angaben von Luftfahrzeugbetreibern zum tatsächlichen Treibstoffverbrauch zugrunde. Ebenfalls berücksichtigt wurde der Treibstoffverbrauch beim Einsatz der Hilfstriebwerke (APU) von Flugzeugen am Boden.

Die EU-Kommission kämpft seit Jahren darum die Abgase der Fluggesellschaften einzudämmen. Um die Klimaauswirkungen des Luftverkehrs abzuschwächen, hat die EU beschlossen, die CO2-Emissionen der Flüge zu begrenzen, die von europäischen Flughäfen aus starten oder dort enden. Ab Januar 2012 fallen rund 4000 Luftverkehrsbetreiber, die die EU anfliegen oder von dort aus starten, unter das Emissionshandelssystem. Den Luftfahrtgesellschaften werden, wie schon Industrieanlagen, handelbare Zertifikate zugeteilt, die einen gewissen Umfang der jährlichen CO2-Emissionen aus ihren Flügen abdecken. Der Luftverkehr verursacht rund 10 Prozent der Treibhausgasemissionen, die unter das Emissionshandelssystem der EU fallen.

Laut EU-Kommission sollen die Passagiere von der Emissionsabgabe kaum betroffen sein. „Die Einbeziehung der Luftfahrt in das EU-EHS dürfte sich nur geringfügig auf die Flugpreise auswirken“, so die Kommission in einer Pressemitteilung. Würde eine Luftfahrtgesellschaft den derzeitigen CO2-Preis voll an ihre Kunden weiterleiten, stiege der Preis laut EU für den Hin- und Rückflug, Economy Class, von Brüssel nach New York um ungefähr zwölf Euro.

Wie in der EU-EHS-Richtlinie vorgesehen, wird die Kommission später im Jahr offiziell festlegen, wieviele Emmissionszertifikate versteigert, wieviele kostenlos an Luftverkehrsbetreiber abgegeben und wieviele in einer Sonderreserve für neue Marktteilnehmer zurückbehalten werden. Nach der EU-EHS-Richtlinie müssen die Mitgliedstaaten alle Erlöse aus der Versteigerung der Luftfahrtzertifikate auf Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels, auch im Verkehrssektor, und Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels verwenden.

Autor: Roman Payer
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