Einigung zwischen Lufthansa und Vereinigung Cockpit

Verträge bedürfen noch der Zustimmung der Gewerkschaftsmitglieder.

Boeing 747-8 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die Vereinigung Cockpit und Lufthansa unterzeichneten am Dienstag neue Verträge, die jedoch noch unter Vorbehalt einer positiven Urabstimmung der Gewerkschaftsmitglieder stehen. So diese die neuen Vereinbarungen annehmen, ist der jahrelange Konflikt gelöst.

Unter anderem wurden neue Vergütungs- und Manteltarifverträge sowie Verträge zur   Alters- und Übergangsversorgung mit einer Laufzeit bis mindestens Juni 2022 geschlossen. Damit haben die Sozialpartner einen langfristigen Tariffrieden erreicht. Mit den neuen Verträgen entsteht eine strukturelle Gesamtkostenersparnis bei den Personalkosten im Cockpit von 15 Prozent – vorbehaltlich zukünftig zu zahlender Tarifsteigerungen. Gleichzeitig können durch die Einigung nun wieder Nachwuchsflugzeugführer bei den genannten Flugbetrieben eingestellt werden.

„Wir haben mit dem Tarifabschluss die Grundlage für eine neu gelebte Sozialpartnerschaft mit der VC gelegt“, erklärt Dr. Bettina Volkens, Vorstand Personal und Recht der Deutschen Lufthansa AG. „Wir schaffen gemeinsam einen nachhaltigen Tariffrieden bis 2022. Dieser Kompromiss ermöglicht Karriereperspektiven für unsere Pilotinnen und Piloten und er leistet einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens.“

Die Alters- und Übergangsversorgung orientiert sich nun am System, das bereits für die Boden- und Kabinenmitarbeiter angewandt wird. Dieses wird von garantierten Auszahlungen auf garantierte Beiträge umgestellt. Lufthansa soll so die Pensionsverbindlichkeiten um einen „hohen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag senken“, was sich erheblich positiv auf das EBIT 2017 auswirken soll.

Neu ist auch, dass Piloten auch freiwillige Eigenbeträge in das Übergangsversorgungssystem einbringen können, das grundsätzlich beibehalten werden soll. Allerdings wird das zu erreichende kollektive durchschnittliche Ausscheidealter der Piloten von Lufthansa bis 2021 stufenweise auf 60 Jahre erhöht. Für Lufthansa Cargo und Germanwings gilt dieses Ausscheidealter schon heute. Pilotinnen und Piloten werden auch künftig gegen dauerhafte Flugdienstuntauglichkeit geschützt sein.

Vergütungs- und Manteltarifvertrag

Pilotinnen und Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings erhalten zeitlich gestaffelte Gehaltserhöhungen von insgesamt 10,3 Prozent und eine Einmalzahlung von bis zu 1,8 Monatsgehältern für eine Laufzeit von Mai 2012 bis Juni 2022.

Die Einstiegs- und möglichen Endvergütungen für zukünftige Mitarbeiter orientieren sich am heutigen Niveau. Die Vergütungsstrukturen von heutigen Mitarbeitern bleiben unverändert. Eine moderatere Steigerungslogik schafft aber zudem Kostenentlastungen. Außerdem wurden weitere Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung vereinbart.

Bis Jahresende 2022 will der Lufthansa-Konzern mindestens 325 Flugzeuge mit Piloten, die in den AOCs von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings beschäftigt sind, betreiben. Es sollen mehr als 700 Nachwuchsflugzeugführer eingestellt und mindestens 600 Kapitänsstellen besetzt werden. 

„Das Paket ist ein Schritt hin zu einer neuen Tarifpartnerschaft. Günstigere Kostenstrukturen besonders im Kurzstreckenverkehr verbessern weiter die Marktposition der Lufthansa. Im Gegenzug erhalten die Piloten in den Bereichen Lufthansa Passage, Germanwings, Lufthansa Cargo und Lufthansa Aviation Training wieder Perspektiven. Wir freuen uns, dass nun auch die über 860 Nachwuchsflugzeugführer, die seit Jahren auf einen Cockpitarbeitsplatz warten, endlich eingestellt werden“, erklärt Jörg Handwerg, Mitglied des Vorstandes der Vereinigung Cockpit.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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