Die Beschwörung einer guten Zukunft des A380

Maschine Nummer 100 an Emirates übergeben.

Fotos: Michael Csoklich.

Mehr als 400 Gäste hat Airbus zur Auslieferung der 100. A380 von Emirates nach Hamburg eingeladen. Was Rang und Namen in den beiden Unternehmen hat, ist gekommen und hat eine große Show im Airbus-Werk geboten bekommen. Auch 70 Medienvertreter waren dabei, unter ihnen Michael Csoklich. 

Das Blitzlichtgewitter war den beiden gewiss, als Airbus CEO Tom Enders und der Chairman und Chief Executive Emirates Airline und Group, Sheikh Ahmed bin Saeed Al Maktoum, vor die geladenen Gäste und die Presse traten. Emirates ist mit 142 Bestellungen von insgesamt 317 der klar wichtigste Kunde von Airbus für das Großraumflugzeug. Nimmt man die Bestellungen von Etihad und Qatar dazu, ergibt sich noch deutlichere Vormachtstellung der Golfregion. Und mit Emirates steht und fällt möglicherweise die Zukunft der A380. Wechselweise versicherten Airbus und Emirates einander heute Dankbarkeit und Vertrauen für die vergangene und auch die künftige Zusammenarbeit.


Fabrice Bregier, Tim Clark, John Leahy.

Eine Erfolgsgeschichte sei die Zusammenarbeit - doch wie geht es weiter mit der A380? Neue Bestellungen gibt es ja schon länger keine mehr, vierstrahlige Großraumflugzeuge liegen derzeit wegen der Kosten nicht so im Trend. Was die Zukunft anlangt, blieben Scheich Ahmed wie auch Tom Enders vage. Scheich Ahmed wies darauf hin, dass Emirates die A380 brauche. Er forderte Airbus auf, mehr A380 auch an andere Kunden zu verkaufen. Tom Enders wieder gab sich zuversichtlich. „Wir glauben an unser Flaggschiff und werden auch in 10 Jahren noch A380 produzieren“, sagte er. Was aber auch dann eintrifft, sollte keine einzige weitere A380 mehr verkauft werden. Was tut Emirates, sollte die Produktion der A380 über kurz oder lang eingestellt werden? „Bis es dazu kommen würde, wird es noch viele Jahre dauern“, sagt Scheich Ahmed abwehrend.


Airbus-Chef Tom Enders.

Airbus und Tom Enders vertrauen darauf, dass das Konzept der A380plus neue und alte Kunden überzeugen wird. Diese A380 habe 13% niedrigere Kosten pro Sitz im Vergleich zur aktuellen, 4% weniger Spritverbrauch und könne bis zu 80 Sitzen mehr einbauen. „Wir arbeiten daran, unsere Kunden zufriedenzustellen“, sagt Enders. Und Chefverkäufer John Leahy „wird wohl nicht mit Jahresende in Pension gehen, ohne noch eine signifikante A380 Bestellung abzuliefern“, so Enders. Für Supergroßraumflugzeuge schätzt Airbus den Markt für die nächsten 20 Jahre auf 1.200 Flugzeuge. Die Hälfte davon will Airbus liefern. 

Die Nebel an der Elbe in Hamburg lichteten sich im Lauf des Tages, wann sich die Nebel über die Zukunft der A380 lichten, bleibt offen. Vielleicht kommt die eine oder andere konkretere Ankündigung bei der Dubai Airshow, die am 12. November startet. 

Nachsatz: Ob der überraschende Coup zwischen Airbus und Bombardier und deren C-Series oder ob die Probleme von Airbus mit Korruption - ausdrücklich wurde die Presse darauf hingewiesen, dass dies ein A380-Event sei und andere Fragen „aus Zeitgründen“ nicht zugelassen werden können.

Autor: Michael Csoklich
Autor
Michael Csoklich ist einer der bekanntesten Wirtschaftsjournalisten Österreichs und leitete über viele Jahre das Ressort Wirtschaft im ORF Radio. Seit 2015 leitet er den LG für Wirtschaftsjournalismus in Krems, ist Moderator, Querdenker und arbeitet als freier Journalist für die Kleine Zeitung. Und seit 2016 schreibt er als Luftfahrtspezialist auf Austrian Aviation Net insbesondere über Spezialthemen.

    Special Visitors

    Alitalia / EI-EJO
    KlasJet / LY-VTA
    Rhein Mosel Flug / D-FEPG
    Flybe / G-FBEJ
    CENTURION CARGO / N986AR
    ProAir / Global Reach Aviation / D-ANSK
    SCOOT / 9V-OFI

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Jan Gruber

    Michael Csoklich

    Robert Hartinger

    Christoph Aumüller