DFS und Bundeswehr erproben Drohnen-Abwehr

Potentiell gefährliche Flugkörper sollen unschädlich gemacht werden.

Foto: Pixabay.

Die deutsche Bundeswehr und die DFS führten auf dem Flugplatz Manching erste Tests zur Abwehr von Drohnen durch. Hierbei sollen insbesondere so genannte „nicht kooperative Drohnen“ erkannt und gegebenenfalls unschädlich gemacht werden.

Es gelang, unterschiedliche Drohnentypen zu detektieren, zusätzlich elektro-optisch zu verifizieren und anschließend in einem Luftlagebild darzustellen. Diese Identifikation bildet die Basis möglicher Abwehrmaßnahmen. Aktuell wurde ein System verwendet, das die Drohne mittels eines vollständig in das Führungssystem integrierten Störsenders stoppte und der Einsatz einer Abfangdrohne demonstriert.

Seit vielen Jahren befassen sich Experten der DFS mit unbemannten Luftfahrtsystemen, seit dem Jahr 2016 mit der Drohnenortung. Das gemeinsam mit der Deutsche Telekom initiierte Drohnenortungsprojekt „connected Drones“ nutzt die bereits bestehende Mobilfunk-Infrastruktur zur Übertragung von Positionsdaten kooperativer Drohnen. Zahlreiche Feldversuche wiesen seitdem nach, dass dies sicher, effizient und zuverlässig möglich ist. Die Einspeisung dieser Daten in das Flugsicherungssystem Phoenix ermöglicht die Datenfusion mit der bundesweiten Aircraft-Luftlage der Flugsicherung. Ziel des Projekts ist die Schaffung eines UTM, also eines Verkehrsmanagementsystems (Air Traffic Management System) für die unbemannte Luftfahrt im untersten Luftraum. Hier ist die deutsche Flugsicherungsorganisation Vorreiter in Europa: sie wurde für das Projekt im vergangenen Jahr mit dem Deutschen Mobilitätspreis ausgezeichnet.

„Die Luftfahrt steht vor einer Trendwende, Drohnen als Verkehrsteilnehmer schaffen neue Möglichkeiten – aber auch neue Herausforderungen in der Sicherheitsfrage. Mit den heutigen Versuchen haben wir erste Lösungen gezeigt“ sagt Thilo Vogt, Leiter UAS/ UTM Development & Solutions.

 

 

 

Autor: René Steuer
Redakteur
René ist seit Oktober 2018 für Aviation Net tätig und bringt frischen Elan in die Redaktion.

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