Details zu Eurowings Wien

Noch viele Fragezeichen zur Österreich-Basis.

Airbus A320 von Eurowings - bald "operated by Austrian" (Foto: Lufthansa Group).

Ab Herbst 2015 soll die Dachmarke Eurowings mit einem Ableger auch in Wien an den Start gehen. Wie noch in einigen Bereichen rund um dieses Projekt, gibt es auch bei der österreichischen Operation eine Reihe von Fragezeichen. So ist beispielsweise noch nicht bekannt, welche Destinationen angeflogen werden. Und auch das Modell, wie genau sich Austrian Airlines beteiligen wird, scheint derzeit noch nicht ganz fix zu sein.

Bisher wurde im Wesentlichen kommuniziert, dass ab Herbst 2015 zwei Airbus-A320-Flugzeuge in Wien stationiert und von AUA-Besatzungen "bereedert" werden sowie auf dem Austrian-AOC fliegen sollen. Wie diese Konstruktion organisatorisch und rechtlichgenau aussehen wird, ist derzeit aber noch "Work in Progress". Wie Lufthansa-Vorstand Karl Ulrich Garnadt gegenüber Austrian Aviation Net erklärte, sei mittelfristig auch ein eigenes AOC (Air Operator Certificate) geplant. In weiterer Folge könnte es auch eine Art "Master AOC" für weitere Eurowings-Basen - von wem auch immer diese dann "bereedert" werden - geben. Zu Beginn werde es laut Garnadt so sein, dass die in Eurowings-Farben bemalten Maschinen einfach "operated by Austrian" fliegen werden.

Andreas Otto, Chief Commercial Officer von Austrian Airlines, präzisierte weiters, dass die beiden Flugzeuge anfangs im Dry-Lease von der AUA übernommen und dann im Wet-Lease unter dem Eurowings-Dach fliegen sollen. Wie viele Flugzeuge letztlich in Wien stationiert werden sollen, ist derzeit allerdings ebenfalls noch offen - laut Garnadt könnten es je nach Erfolg bis zu sechs werden. Ein Hemmschuh für die weitere rasche Beschleunigung seien jedenfalls die Standortkosten in Wien. Laut Austrian-CCO Andreas Otto ist Wien im Gruppenvergleich ein sehr teurer Standort, was auch mit der Flugabgabe zu tun habe.

Große Diskussionen gibt es zum Flugplan ab Wien: Über die Eurowings-Strecken, die von den beiden in Schwechat stationierten Flugzeugen ab Herbst bedient werden sollen, wurde bislang aus Wettbewerbsgründen ein großes Geheimnis gemacht. Man wolle die Konkurrenz nicht zu früh informieren. Laut Andreas Otto sollen diese jedenfalls "komplementär" zum AUA-Netz entwickelt werden. Man habe bei der Entwicklung natürlich auch ein Mitspracherecht, so Otto weiter.

Konkret wird es sich also um Strecken handeln, die derzeit von der AUA ab Wien nicht angeboten werden, die aber doch ein hohes Potenzial im Point-to-Point-Verkehr besitzen. Das könnten nach Einschätzung von Austrian Aviation Net beispielsweise ehemalige Austrian-Destinationen wie Madrid oder Helsinki sein. Aber auch Ziele in Großbritannien und Irland - beides derzeit bis auf London ein einziger "weißer Fleck" auf der AUA-Landkarte könnten auf dem Radar stehen. Nicht ganz unwahrscheinlich ist auch, dass sich Eurowings statt Austrian Airlines auf Destinationen setzt, die einen starken Direktverkehr aufweisen und die aktuell in Konkurrenz zu Low-Cost-Carriern stehen, wie beispielsweise Rom oder Barcelona.

Nähere Informationen dazu wird es jedenfalls in den nächsten Wochen geben (müssen) - die Winterflugpläne werden ja bereits jetzt nach und nach freigeschaltet.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Austrian Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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