Der Run auf Germania-Slots hat begonnen

Ryanair, Lauda, Easyjet und insbesondere Eurowings schielen auf interessante Start- und Landerechte.

Foto: www.AirTeamImages.com.

Germania ist seit Dienstagfrüh als Fluggesellschaft Geschichte, doch der Run auf nun freiwerdende Slots an den regulierten Airports in Deutschland ist bereits voll angelaufen. Als besonders begehrt gelten die Start- und Landerechte, die in Düsseldorf, München, Stuttgart und Berlin-Tegel bislang durch die mittlerweile insolvente Airline genutzt werden.

Während in Berlin-Tegel primär Easyjet und Ryanair auf die zusätzlichen Kapazitäten schielen, tummeln sich in Düsseldorf eine ganze Reihe von Airlines um die begehrten Slots. Es bedarf wohl keiner näheren Erwähnung, dass die Lufthansa-Tochter Eurowings hofft den größten Teil vom "Kuchen" zu bekommen, aber auch beispielsweise die Ryanair-Tochter Lauda wird sicherlich die Gunst der Stunde nutzen, um weiter wachsen zu können. Selbiges gilt auch für Stuttgart. In München hingegen wird Lufthansa tunlichst genau darauf achten, dass man möglichst viele Start- und Landerechte sichern kann.

Da das Luftfahrtbundesamt den Widerruf der Betriebsgenehmigung von Germania angeordnet hatte, wird die Neuverteilung der Slots sehr schnell gehen. Diese fallen mit jenem Zeitpunkt, zu dem eine Airline mangels gültigen Zertifikaten keine Fluggesellschaft mehr ist, ohnehin an den Regulator zurück. Dieser muss dann eine Neuvergabe durchführen, für die sich Interessenten bewerben können. Allerdings ist es so, dass die Hälfte für bestehende Nutzer des jeweiligen Airports reserviert ist und der Rest an neue Anbieter vergeben werden muss, sofern es welche gibt. Sollte nach der Zuteilung an Neukunden noch etwas übrig sein, so kann auch an Bestandskunden vergeben werden.

Lufthansa-Vorstandsmitglied Thorsten Dirks, der innerhalb des Führungsgremiums die Oberverantwortung für Eurowings trägt, bekundete bereits öffentlich sein Interesse an Germania-Slots in Düsseldorf. Ein Zukauf von Assets wäre allerdings "kein Thema".

Die nicht von der Insolvenz betroffenen Germania-Schwestern Bulgarian Eagle und Germania Flug AG sind weiterhin in der Luft, wobei die schweizerische Airline zuletzt für erheblichen Unmut in Zürich sorgte, da die HB-JOG zur Durchführung des Werksshuttles für Airbus nach Finkenwerder verlegt wurde und im Gegenzug Flüge ab der Schweiz ersatzlos gestrichen wurden. Bulgarian Eagle wird bereits ab Freitag mit beiden Flugzeugen im Auftrag des Reisebüros Air Prishtina unter BEG-Flugnummern unterwegs sein. Ob diese beiden Airlines weiterhin Beteiligungen bzw. Töchter der Germania Beteiligungsgesellschaft mbH bleiben oder ob nun doch ein Verkauf angestrebt wird, ist derzeit völlig offen. Die Holding ist jedenfalls von der Insolvenz der deutschen Airline und ihrer beiden Technik-Schwestern nicht betroffen.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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