Der letzte seiner Art

Airbus lieferte seinen Airbus A380 an den letzten Neukunden ANA aus.

Der erste von drei ANA Airbus A380 (Fotos: Martin Metzenbauer).

All Nippon Airways (ANA) ist seit Mittwoch der 14. und wahrscheinlich auch letzte Kunde, der einen Airbus A380 neu übernommen hat. Insgesamt wurden damit 235 Exemplare des Riesenvogels ausgeliefert - nur noch 16 weitere stehen auf der Bestellliste von Airbus. Wie berichtet, wird die Produktion des A380 im Jahr 2021 eingestellt. Eine gewisse Wehmut war bei der Auslieferungszeremonie in Toulouse zwar schon zu bemerken - trotzem schaut Airbus zuversichtlich in die Zukunft und verspricht, Unterstützung beim weiteren Betrieb und auch für den Wiederverkauf auf dem Gebrauchtmarkt zu. "Der A380 wird noch für Jahrzehnte fliegen", hieß es dazu von Airbus-Seiten.

Bei ANA herrschte angesichts der Feierstunde ohnehin nur die beste Laune. Drei A380 wird die größte japanische Airline bis 2020 übernehmen - den ersten mit dem klingenden Namen "Hawaiian Sky" eben jetzt. Nummer 2 ("Hawaiian Ocean") soll am 1. Juli 2019 folgen, Nummer 3 ("Hawaiian Sunset") dann 2020.

ANA wird die drei Flugzeuge statt auf "klassischen" Rennstrecken wie beispielsweise von Tokio nach London, Paris, Los Angeles oder News York vorerst ausschließlich auf einer vorwiegend touristischen Strecke einsetzen: Die in Schildkröten-Livery bemalten Flugzeuge werden zwischen Tokio (Narita) und Honolulu auf Hawaii unterwegs sein. Weitere A380-Ziele sind derzeit nicht geplant, wie ANA-Sprecherin Nanako Murakami gegenüber AviationNetOnline erklärte.

ANA CEO Shinya Katazonaka (Mitte) mit Airbus CEO Tom Enders (rechts) und Rolls-Royce Presidemt for Civil Aviation Chris Colerton.

Hawaii als Urlaubsziel ist in Japan jedenfalls extrem beliebt - All Nippon Airlines möchte sich von diesem lukrativen Kuchen ein größeres Stück abschneiden als bisher. So soll der A380-Einsatz den ANA-Marktanteil auf der Strecke Tokio-Honolulu von aktuell 15 auf 25 Prozent steigern. Neben Urlauberinnen und Urlaubern erwartet man sich auch einen gar nicht so kleinen Anteil an Geschäftsreisenden, da es auch starke wirtschaftliche Verbindungen zwischen der zu den USA zählenden Inselgruppe und Japan gibt.

Mit dem A380 möchte man zusätzlich noch eine ganz andere Klientel ansprechen - nämlich Reisende, die von Europa aus nach Hawaii fliegen möchten. Dies ist vielleicht auch wirklich eine gute Alternative zu den heute üblicheren Routings via die USA - vor allem, wenn man einen Stoppover in Tokio einplant. ANA fliegt in den DACH-Staaten vier Destinationen (Düsseldorf, Frankfurt, München und Wien) selbst sowie zusätzlich Zürich und Wien auch im Codeshare (mit Swiss bzw. Austrian Airlines) an.

ANA wird den A380 in einer Vier-Klassen-Konfiguration betreiben: Im Oberdeck finden acht Passagiere in der First Class (1-2-1-Konfiguration), 56 in der Business Class (versetzte 1-2-1-Konfiguration) sowie 73 in der Premium Economy Class (2-3-2-Konfiguration) Platz. Das Main Deck ist für die Economy Class reserviert - hier können bis zu 383 Passagiere in einer 3-4-3-Konfiguration untergebracht werden. Die Besonderheit dort ist der hinterste Bereich: Dort findet man Sky Couches (in ANA-Diktion: ANA Couchii), bei denen Fußteile hochgeklappt und zu einer (kleinen) Liegefläche umgebaut werden können.

"Hawaiian Sky" wird also vermutlich der letzte seiner Art sein - der finale A380 also, der neu an einen Erstkunden ausgelieferte wurde. Er und seine zwei künftigen "Geschwister" werden vermutlich viele glückliche Touristen zu den wunderschönen hawaiianischen Inseln fliegen und bereits die Anreise zu einem kleinen Erlebnis machen. Eines ist der A380 ja unbestritten: Ein absoluter Favorit bei den Passagieren. Oder wie es Airbus-Chef Tom Enders im Rahmen der feierlichen Übergabe in Toulouse ausdrückte: "Bei den Airlines war der A380 ja nicht immer so beliebt - bei den Passagieren hingegen schon."

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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