Darwin beantragt Nachlassstundung

Ehemalige Etihad-Beteiligung ist pleite.

Mit Darwin Airline ist die nächste ehemalige Etihad-Beteiligung pleite. Im Bild: ATR72-500 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die Tessiner Regionalfluggesellschaft Darwin Airline beantragte am Montag, den 27. November 2017 nach schweizerischem Insolvenzrecht die Nachlassstundung. In einer offiziellen Medienmitteilung wird unter anderem genannt, dass der Wegfall der Großkunden Alitalia und Air Berlin, die ebenfalls insolvent sind, sich äußerst negativ auf Darwin Airline ausgewirkt habe.

Zunächst sah es so aus als ob die Tessiner durch die Übernahme durch die Muttergesellschaft von Adria Airways der Insolvenzwelle der einstigen Etihad-Airways-Beteiligungen entgehen konnte. Mit der Pleite der Air Berlin - im August 2017 - habe man allerdings nicht gerechnet. Diese scheint Darwin Airline, die im Sommer noch als Etihad Regional durch Europa flog, nicht erwartet zu haben.

Unter neuem Management habe man so rasch als möglich versucht neue Einnahmequellen zu finden und sah beispielsweise auch Chancen in Bern-Belp. Doch nachdem SkyWork Airlines die Betriebsgenehmigung wieder erlangen konnte, nahm man von den Plänen Abstand. Darwin Airline erklärt, dass man bislang keine weiteren Geschäftsfelder im wettbewerbsintensiven Umfeld finden konnte.

Die Nachlassstundung soll zunächst zur Sanierung des Unternehmens dienen. Das Unternehmen sich künftig auf die Vermietung von Besatzungen, also Piloten und Flugbegleiter, sowie Wartungsdienstleistungen konzentrieren. Der Flugbetrieb unter eigenen Flugnummern soll bis auf weiteres fortgeführt werden, wobei mit einer Einstellung spätestens bis Jahresende zu rechnen ist.

Für die Neuausrichtung von Darwin Airline benötige man zwischen 100 und 120 Mitarbeiter. Das Unternehmen geht davon aus, dass durch die genannten Veränderungen der Geschäftsbetrieb fortgesetzt werden kann. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.

Nach Alitalia und Air Berlin musste nun die dritte ehemalige Etihad-Beteiligung Insolvenz bzw. Nachlassstundung - im Fall von Darwin Airline - anmelden. Offensichtlich wird dadurch, dass eine nachhaltige Strategie seitens des Golfcarriers eher nicht ersichtlich ist.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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