China Airlines fliegt mit dem A350 in neue Komfort-Dimensionen

Die größte taiwanesische Fluglinie hat das erste Exemplar ihres neuen Flaggschiffs in Empfang genommen. Ab Jänner 2017 kommt der Airbus A350 auch auf den Wien-Flügen zum Einsatz.

Der erste A350 von China Airlines wartet im Airbus Delivery Center in Toulouse auf seine offizielle Übergabe (Fotos: Martin Metzenbauer).

Ein neues Flugzeugmuster in die Flotte aufzunehmen, ist immer ein Highlight. Wenn aber eine Maschine der allerjüngsten Generation ihre Premiere feiert, bleibt das Wow-Erlebnis meist nicht aus. So auch beim neuesten Zugang bei China Airlines, der nationalen Fluglinie Taiwans. 

Übernahme des ersten Airbus A350: Didier Evrard (Airbus Executive Vice President Programme), Nuan-Hsuan Ho (Chairman China Airlines), Phil Harris (Senior Vice President Sales - Civil Aerospace Rolls-Royce), Ming-Zong Zhang (Repräsentant Taiwans in Frankreich), flankiert von zwei Flugbegleiterinnen von China Airlines (v.l.n.r.).

Der A350 ist das Modernste, was der europäische Flugzeughersteller Airbus derzeit aufwarten kann. Die Eckdaten hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit sind beeindruckend. So soll das Modell um ein Viertel treibstoffeffizienter sein als das Konkurrenzmuster Boeing 777. Aber auch der Passagierkomfort nimmt hier eine ganz neue Stellung ein, wie man beispielsweise schon beispielsweise bei Finnair gesehen hat, die vor einigen Monaten ihren ersten A350 in Wien vorgestellt hat.

Die beiden Rolls-Royce-Triebwerke des Typs Trent XWB stellen einen wichtigen Beitrag zur Ökoeffizienz des Flugzeuges dar.

Statt dem nordischen Weiß der Finnen haben sich die Taiwanesen allerdings etwas Erdigeres für die Innenausstattung ihrer neuen Widebodies einfallen lassen, den Austrian Aviation Net als eines von wenigen internationalen Medien noch vor dem ersten Passagierflug unter die Lupe nehmen durfte. Dezente Braun- und Grautöne schaffen - wie man auch in unserem Kurzvideo sieht - ein elegantes und angenehmes Ambiente in dem Flugzeug, das 306 Passagieren in einer Drei-Klassen-Konfiguration Platz bietet.

China Airlines hat 14 A350 fix bestellt und Optionen für weitere sechs Maschinen unterzeichnet. Die Blume auf der Heckflosse wird übrigens per Hand gemalt.

Das Premiumprodukt Business Class ist ohne Zweifel exzellent gelungen: Eine 1-2-1-Anordnung der insgesamt 32 Sitze ermöglicht für alle Passagiere direkten Zugang zum Gang. Bei China Airlines gibt es zwar keine abgeschlossenen „Suiten“ wie anderswo – trotzdem legt man bei der Fluglinie mit Sitz in Taipei größten Wert auf Privatsphäre. So sind die beiden Mittelsitze der „Premium Business Class“ genannten Top-Klasse durch eine Konsole voneinander getrennt – ein Problem des unfreiwilligen „Fußerlns“ wie beispielsweise bei Lufthansa gibt es hier nicht. Es versteht sich außerdem von selbst, dass die Sitze zum Schlafen in eine Full-Lie-Flat-Konfiguration bewegt werden können. Große Bildschirme sind schon bei vielen Airlines Standard – so auch bei China Airlines. Kleine Lämpchen bieten hier hingegen einen ganz speziellen Flair.

Impressionen aus der Business Class des A350.

Die Business Class bietet also ein sehr gutes Produkt, das sich in der Ausführung locker gegen die Top-Mitbewerber behaupten kann. Eine kleine Sensation stellt aber die Premium Economy Class für maximal 31 Passagiere dar, die sich in einer abgetrennten Kabine zwischen Business Class und Eco befindet. Ein sensationeller Sitzabstand, eine angenehmen 2-3-2-Anordnung – übrigens auch mit breiten Armlehnen und kleinen Dividern für Privacy-affine Passagiere – und ein sehr bequemer Sitz bieten tatsächlich eine sehr gute Alternative zu den anderen beiden Klassen. 

Die Premium Economy Class an Bord des China Airlines A350.

Aber auch die Economy Class bietet deutlich mehr als vergleichbare Produkte der Mitbewerber – insbesondere mehr Platz. Der Sitzabstand der 243 Plätze beträgt hier 34 Inch, wodurch auch langbeinigere Menschen längere Flüge recht bequem überstehen dürften. Ein besonderes Feature in der Economy Class des A350 von China Airlines sind die sogenannten „Family Couches“ – das sind ausklappbare Fußteile, die als sofa-ähnliche Liegefläche für kleine Kinder dienen können.

Freundliche und komfortable Economy Class.

In allen drei Klassen findet sich übrigens ein Entertainmentsystem der neuesten Generation, das verhindern dürfte, dass Langeweile aufkommt. Diverse andere Features des A350 – wie höherer Kabinendruck, angenehmes Mood Lighting oder auch die im Vergleich zu Konkurrenzmodellen deutlich geringere Lärmkulisse – muss man an dieser Stelle wohl nicht schreiben. Was man allerdings auf jeden Fall erwähnen muss, ist ein besonders nettes Feature – nämlich eine kleine Bar namens „Sky Bistro“ zwischen Business- und Premium-Economy-Class.

Im "Sky-Bistro" kann man sich Snacks und Lesestoff holen.

Der Airbus A350 wird ab Anfang 2017 von Taipei in drei europäische Städte eingesetzt, nämlich nach Rom, Amsterdam und Wien. In Österreich fliegt man dabei in Konkurrenz zu Eva Air, die in Kürze ebenfalls mit ihrem Flaggschiff in Form der Boeing 777-300ER auf der Strecke Wien-Bangkok-Taipei unterwegs sein wird.

Cockpit des A350.

Neben der taiwanesischen Fluglinie setzen bereits 42 weitere Airlines auf den A350: Airbus hat insgesamt bereits 810 Bestellungen erhalten. Insgesamt 40 Flugzeuge an neun Carrier wurden bereits ausgeliefert. China Airlines hat 14 Maschinen fix bestellt und hält Optionen für sechs weitere Exemplare des Typs.

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