Budweis "Neu" will am 1. Mai 2020 eröffnen

Dietmar Pammer seit 1. Juli 2018 zum Airline Marketing Manager bestellt.

Foto: Jihočeské letiště České Budějovice a.s.

In der Tschechischen Republik gibt viele Flughäfen und insbesondere zahlreiche, die nicht gerade von viel Flugverkehr gesegnet sind, doch schon in 2020 könnte es einer mehr werden, denn in Budweis soll mit 1. Mai 2020 ein weiterer Airport in Betrieb genommen werden.

Der bestehende Flugplatz soll zu einem Verkehrsflughafen ausgebaut werden. Dieser befindet sich rund 92 Straßenkilometer nördlich von Linz bzw. 127 Straßenkilometer von Passau entfernt. Die österreichische Stadt Gmünd ist rund 67 Straßenkilometer entfernt. Das Einzugsgebiet ist daher zum Teil mit jenem des Flughafen Linz überschneidend, was unweigerlich zu Konkurrenz führen wird.

Ganz neu ist das Projekt allerdings nicht, denn schon vor rund 10 Jahren wollte die öffentliche Hand Tschechiens mit Hilfe von rund 40 Millionen Euro Subventionen aus EU-Töpfen den ehemaligen Fliegerhorst zu einem überdimensionierten Palast ausbauen. Die EU-Kommission genehmigte das Projekt allerdings nicht, so dass es in der Versenkung verschwand. Nun soll es jedoch in kleinerem Umfang umgesetzt werden - die Bauarbeiten sind seit mehreren Monaten in vollem Gange - und laut OÖN unter Berufung auf Dietmar Pammer nur noch 15,7 Millionen Euro kosten. So der Airport gut angenommen wird, könne er bei Bedarf weiter ausgebaut werden.

Der Ex-Linzer ist übrigens seit 1. Juli 2018 Marketing Manager des Budweiser Flughafens. Wie die OÖN berichten bekleidet diese Position Dietmar Pammer, der zuvor für den Linzer Flughafen und ETI tätig war. Dieser erklärte bereits am Rande der ITB Berlin gegenüber Austrian Aviation Net, dass Budweis als Ultra-Lowcost-Flughafen positioniert werde und Gespräche mit Billigfluggesellschaften laufen würden. Die Region Südböhmen soll insbesondere touristisch besonders interessant sein. Für Ferienflüge soll Budweis ein vergleichsweise günstiger Abflugsort werden.

Als für das österreichische Einzugsgebiet ungünstig dürfte sich allerdings die Verkehrsanbindung erweisen, denn auf tschechischer Seite existiert, beispielsweise wenn man ab Linz anreisen möchte, keine Autobahn. Dies kann die Fahrt durchaus zeitaufwendig machen, doch die Regierung der Tschechischen Republik will bis 2024 auf diese Route eine Autobahn eröffnen.

Gegenüber den Oberösterreichischen Nachrichten erklärte Pammer, dass man in den ersten Jahren mit rund 80.000 Fluggästen pro Jahr rechnet. Zum Vergleich. Linz zählte zuletzt 400.000 Reisende. Pammer will das Wachstum insbesondere über billige Flughafengebühren für Airlines und billige Parkplätze für Passagiere erzielen, denn 80.000 Fluggäste würden das Projekt sonst schwerst defizitär machen. Gegenüber den OÖN kündigt er gar an, dass man die österreichischen und deutschen Airports deutlich unterbieten werde und sich "der Preiskampf am Boden entscheidet. In der Luft kann man als Fluglinie kaum noch günstiger werden als jetzt."

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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