Boeing räumt Verzögerungen im 777X-Programm an

Lufthansa wird erste B777-9 nicht pünktlich erhalten.

Boeing 777X (Grafik: Boeing).

Der U.S.-amerikanische Flugzeugbauer Boeing hat mit der 777X nun ein weiteres Problem am Hals, denn der eigentlich für heuer geplante Erstflug wird nicht durchgeführt werden können. Hintergrund sind Triebwerksprobleme. Im Zuge der Präsentation der Quartalszahlen, die unter anderem aufgrund des 737-Max-Fiaskos tiefrot ausgefallen sind, erklärt der Hersteller, dass sich der Erstflug bis Anfang 2020 verzögern wird.

Auch sieht der Hersteller ein „erhebliches Risiko“, dass der ursprüngliche Zeitplan für die Erstauslieferung überhaupt eingehalten werden kann. Ursprünglich wollte Boeing gegen Jahresende 2019 erstmals abheben und Mitte 2020 die ersten Einheiten an Lufthansa und Emirates Airline übergeben. Nun hofft man darauf, dass die erste Übergabe Ende 2020 erfolgen kann.

Konzernchef Dennis Muilenburg äußerte im Rahmen der telefonischen Investorenkonferenz durchaus seinen Unmut über die Triebwerksprobleme. Diese wären – so der Manager – der alleinige Grund für die Verzögerungen. In allen anderen Bereichen könne der Hersteller den Zeitplan einhalten. Allerdings ist es nicht die erste Verschiebung, die dem 777X-Programm droht, denn eigentlich sollte man sich schon längst im Flugerprobungsprogramm befinden, das zunächst auf Jahresende und nun vermutlich auf das kommende Jahr oder noch später verschoben werden muss. Auch wird nicht ausgeschlossen, dass die Erstauslieferungen erst in 2021 erfolgen können.

Die Erstkunden Lufthansa und Emirates Airline wären als aller erste betroffen, denn beispielsweise kündigte der Kranich-Konzern bereits an, dass man im Sommer 2020 als Launching-Kunde die weltweit erste 777-9 einflotten werde. Gegenüber dem Portal Aerotelegraph.com erklärte ein Sprecher nun, dass man seitens des Herstellers informiert wurde, dass die erste Einheit erst Ende 2020 übergeben werden kann. Man stehe in einem ständigen Informationsaustausch mit Boeing. Welche Auswirkungen die Verzögerungen auf die Lufthansa Group haben werden, sagte der Medienreferent allerdings nicht.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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