Betriebsversammlung bei Austrian Airlines

Mit Verzögerungen im Flugbetrieb ist zu rechnen.

Foto: Martin Metzenbauer.

Der Betriebsrat der österreichischen Lufthansa-Tochter Austrian Airlines und die ÖGB-Teilgewerkschaft Vida laden am morgigen Mittwoch rund 4.000 Beschäftigte des fliegenden Personals zu einer Betriebsversammlung am Flughafen Wien-Schwechat ein. Bei der Versammlung werden sie über den aktuellen Stand der KV-Verhandlungen informiert und befragt. Dadurch könnte es auch zu Verzögerungen im Flugbetrieb kommen.

"Sie erwarten sich zu Recht mehr Information, was auf sie zukommen könnte. Wir werden sicher nicht tatenlos zusehen, wenn die qualitativ hochwertige Arbeit, die die Beschäftigten leisten, zu Dumpinglöhnen verschleudert werden. Gleichzeitig plant das Unternehmen, die Freizeit der Beschäftigten einzuschränken", erklärt Vida-Gewerkschafter Johannes Schwarcz. "Sollten sich die Beschäftigten für eine große Personalbefragung aussprechen bzw. Anträge in diese Richtung einbringen, dann pausieren die Verhandlungen noch deutlich länger.“

Bis zum Ende der Betriebsversammlung werden laut Gewerkschaft die Verhandlungen zu einem neuen Kollektivvertrag auf Eis liegen.  Die zentrale Forderung der Personalvertretung ist, dass angesichts steigender Fluggastzahlen höhere Löhne bezahlt werden. "Bei der Entlohnung in der Kabine und im Cockpit gibt es noch viel Luft nach oben. Die Belegschaft hat kein Verständnis dafür, dass sich die Vorstände auf ihre millionenschweren Jahresgagen Boni um Boni gönnen, bei den MitarbeiterInnen aber permanent der Sparstift angesetzt wird und es Auslagerungen gibt, nur um noch weniger zahlen zu müssen", so Schwarcz. "Kolleginnen und Kollegen bekommen Angebote der Geschäftsführung per Mail zugeschickt bzw. tauchen auch immer wieder in den Medien Zahlen auf. Dieser Stil mag in Deutschland gang und gebe sein, wir hier in Österreich verwehren uns aufs Allerschärfste dagegen. Ich fordere die Leiterin des Personalbereichs bei Austrian, Natalie Rau, und Jens Ritter aus dem Management-Team auf, ihre Kommunikationsstrategie zu überdenken und sich an die in Österreich geltenden sozialpartnerschaftlichen Richtlinien zu halten.“

Die Betriebsversammlung soll am morgigen Mittwoch um 9 Uhr 00 starten. Dadurch könnte es zu Verzögerungen im Flugbetrieb kommen, für die sich Gewerkschaft und Betriebsrat vorab entschuldigen, jedoch gleichzeitig andeuten, dass "es auch in den kommenden Wochen zu weiteren gewerkschaftlichen Maßnahmen kommen könnte. Wir werden sicherlich nicht davor zurückschrecken, den Druck, sollte es nötig sein, noch deutlich zu erhöhen."

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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