Belair vor Schließung am 31. März 2017

Mitarbeiter hoffen auf Übernahme durch Eurowings. Entscheidung soll am 18. Jänner 2017 fallen.

Vor einigen Jahren betrieb Belair sogar Langstreckenmaschinen in den Farben der Air Berlin (Foto: www.AirTeamImages.com).

Vor Weihnachten 2016 sah es noch nach einer durchaus rosigen Zukunft für die schweizerische Air-Berlin-Tochter Belair aus, doch nun sollen die Beschäftigten entsprechend informiert worden sein, dass mit 31. März 2017 alles vorbei sein könnte. 

Eine mit der Sache vertraute Person aus dem Hause Belair erklärte gegenüber Austrian Aviation Net, dass der Fortbestand der schweizerischen Fluggesellschaft ausschließlich vom "Goodwill" der Eurowings abhängen würde. Diese soll in einer Verwaltungsratssitzung am 18. Jänner 2017 darüber entscheiden, ob Belair übernommen und damit fortgeführt wird oder nicht.

Sollte Eurowings jedoch kein Interesse an der Air-Berlin-Tochter haben, was aufgrund der starken Marktstellung der Lufthansa Group auf dem schweizerischen Markt und der Tatsachen, dass man mit Swiss, Swiss Global und Edelweiss ohnehin schon über drei Flugbetriebe in der Eidgenossenschaft verfügt, durchaus wahrscheinlich ist, soll das AOC am 31. März 2017 zurückgestellt werden. Dies würde gleichzeitig das Ende von Belair bedeuten.

Wie der Belair-Mitarbeiter, der aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes anonym gehalten werden muss, weiters berichtete, soll der Flugbetrieb der Belair ohnehin schon zum Erliegen gekommen sein. Sämtliche Flüge der Airline, darunter auch ACMI für die Mutter Air Berlin, währen gestrichen worden. Man werfe dem Personal "unwill" vor. Vor zwei Jahren wären die Gehälter des fliegenden Personals um rund 30 Prozent gekürzt worden, um den Carrier "wettbewerbsfähig" zu halten. Doch dies soll dem Management offenbar nicht genug sein, wie unter der Belegschaft spekuliert wird.

Insgesamt stehen bei Belair rund 280 Arbeitsplätze akut auf der Kippe. Der Informant betonte mit wehmütiger Stimme, dass gerne alle weiterfliegen würden, jedoch es offenbar nicht gewollt wäre, den Betrieb in der Schweiz aufrecht zu erhalten. In der Tat befindet sich Air Berlin derzeit in einem radikalen Umbauprozess, so auch der Österreich-Ableger Niki gar aus dem Konzern herausgelöst und verkauft wird.

Air Berlin wollte sich zu den Entwicklungen bei der schweizerischen Tochtergesellschaft nicht direkt äußern. Eine Sprecherin schrieb lediglich: "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Details zu der im September angekündigten Restrukturierung von Air Berlin erst dann bekannt geben, wenn diese entschieden sind. Die zukünftigen Rahmenbedingungen unseres Geschäfts in der Schweiz sind noch nicht finalisiert, wir informieren aber unsere Mitarbeiter und unsere Kunden direkt, sobald dies abgeschlossen ist."Weiters fügte sie hinzu: "Der veröffentlichte Flugplan von airberlin in der Schweiz behält bis auf weiteres seine Gültigkeit. Gebuchte Flugtickets bleiben gültig und über Änderungen informieren wir unsere Gäste rechtzeitig. Flüge können weiter regulär unter airberlin.com, im Reisebüro oder im Service Center gebucht werden."

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

    Special Visitors

    Royal Jordanian / JY-BAA
    EVA Air / B-16701
    Royal Jordanian / JY-BAE
    Astra Airlines / SX-DIZ
    SAS Scandinavian Airlines / OY-KBO
    Air Berlin / D-ABDU
    easyJet / G-EZPC
    Emirates / A6-EUA
    Austrian Airlines / OE-LGM
    Emirates / A6-EUA

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Herausgeber und Chefredakteur
    Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Austrian Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

    Jan Gruber

    Leitender Redakteur
    Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

    Christoph Aumüller

    Redakteur
    Christoph ist Absolvent des Studienlehrganges Luftfahrt der FH Joanneum Graz. Seit Mitte 2015 verstärkt er das Redaktionsteam von Austrian Aviation Net.

    Philipp Valenta

    Redakteur
    Philipp studiert berufsbegleitend an der IMC Fachhochschule Krems und verstärkt seit 2015 tatkräftig unser Redaktionsteam.

    Michael Csoklich

    Autor
    Michael Csoklich ist einer der bekanntesten Wirtschaftsjournalisten Österreichs und leitete über viele Jahre das Ressort Wirtschaft im ORF Radio. Seit 2015 leitet er den LG für Wirtschaftsjournalismus in Krems, ist Moderator, Querdenker und arbeitet als freier Journalist für die Kleine Zeitung. Und seit 2016 schreibt er als Luftfahrtspezialist auf Austrian Aviation Net insbesondere über Spezialthemen.