Belair könnte massiv schrumpfen

Carrier ist für Air-Berlin-Chef Stefan Pichler "strategisch wertvoll".

Airbus A320 (Foto: Martin Metzenbauer).

Von der schweizerischen Air-Berlin-Tochter Belair war in den veröffentlichten Planungen zum Umbau des deutschen Luftfahrtkonzerns bislang fast nichts bis überhaupt nichts zu lesen. Bereits vor einigen Wochen befürchteten regionale Medien, dass die Airline ein "Bauernopfer" für die Niki/Tuifly-Fusion werden könnte. Nun äußerte sich Air Berlin konkreter: Belair soll erhalten bleiben, jedoch verkleinert werden.

Derzeit verfügt der Schweiz-Ableger über acht Maschinen, wobei in die EU stets unter AB-Flugnummer der Muttergesellschaft geflogen wird, während Ziele außerhalb der EU unter dem 4T-Code der schweizerischen Belair angesteuert werden. Dies hat den simplen Hintergrund, dass für derartige Destinationen die Eigenschaft als schweizerischer Carrier benötigt wird, da ansonsten keine Verkehrsrechte beantragt werden können.

Air Berlin sicherte sich vor einigen Jahren durch die Übernahme der Belair den Zugang zum Non-EU-Geschäft ab der Schweiz, denn für Flüge von EU-Ländern in die Eidgenossenschaft benötigte man den Carrier ohnehin nicht. Das Geschäftsmodell des Schweiz-Ablegers besteht überwiegend in ACMI-Dienstleistungen für die Muttergesellschaft, der Durchführung von Charterflügen für Reiseveranstalter, insbesondere zu Non-EU-Destinationen, aber auch dem Betrieb von touristischen Strecken ab eidgenössischen Flughäfen. 

Zürich spielt jedoch in der Zukunftsplanung der Air Berlin Group keine große Rolle mehr. Derzeit hat der Flughafen im Air-Berlin-Netzwerk, ähnlich wie Wien, den Status eines Drehkreuzes. Dieser soll jedoch aufgegeben werden. 

Die Zürichsee-Zeitung zitiert eine Sprecherin der Air Berlin Group damit, dass man verschiedene Optionen für die Zukunft der Tochter Belair prüfe. Alle Möglichkeiten würden sich jedoch auf "ein Kerngeschäft von drei Flugzeugen, die für den Schweizer Markt unter der Belair betrieben werden sollen". Das verbleibende Personal solle im Netzwerk der Air Berlin eingesetzt werden.

Wie das Blatt weiters berichtet wurde die HB-IOS zwischenzeitlich ausgeflottet und trägt nun eine deutsche Registrierung. Vier weitere Maschinen könnten bald folgen. Die Sprecherin betonte, dass es zu keinen Kündigungen beim Personal kommen soll.

Das Branchenportal CH-Aviation.com berichtet dazu unter Berufung auf die schweizerische Tageszeitung Blick, dass aus einem internen Air-Berlin-Papier hervorgehen soll, dass Belair und der damit verbundene Zugang zum schweizerischen Markt seitens Konzernchef Stefan Pichler als wertvoll und strategisch wichtig betrachtet werde. Der Carrier solle daher bei Air Berlin verbleiben und nicht in den neuen Airlineverbund aus Niki und Tuifly eingebracht werden.

Autor: Jan Gruber
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