Austrian Airlines: Tiefrotes erstes Quartal

"Gewaltiger Preiskampf" in Wien belastet neben hohem Kerosinpreis und Technikkosten das AUA-Ergebnis.

Foto: Martin Metzenbauer

Die ersten drei Monate des Jahres stellen für europäische Airlines in der Regel das ergebnisschwächste Quartal des Jahres dar - häufig schreiben die Flugunternehmen auch rote Zahlen. Austrian Airlines ist dabei keine Ausnahme - heuer fiel das Q1 allerdings auch im Vergleich zu den letzten Jahren besonders "mau" aus. Trotz einer um sieben Prozent gestiegenen Passagierzahl sank der Umsatz um vier Prozent auf 382 Millionen Euro. Das Adjusted EBIT ging um 36 Prozent auf minus 99 Millionen Euro hinunter.

CFO Wolfgang Jani (links) mit Konzernsprecher Peter Thier bei der Vorstellung der Quartalszahlen (Foto: Martin Metzenbauer).

Wolfgang Jani, Chief Financial Officer von Austrian Airlines, sieht die Ursachen einerseits in gestiegenen Kosten für Kerosin und verstärkter Wartungstätigkeit, wie er vor Journalisten in Montreal erklärte. Andererseits laste auf der AUA am Standort Wien "ein gewaltiger Preiskampf" - Stichwort: Low Cost Carrier. "Wir halten voll dagegen, bis es zu einer Marktbereinigung kommt", gab sich Jani in Richtung Level, Lauda & Co kämpferisch. Die Zahlen der Statistik Austria für Februar sprechen was den Preiskampf betrifft auch eine klare Sprache: Die Ticketpreise sind in diesem Monat in Österreich im Vorjahresvergleich im Schnitt um 19 Prozent niedriger gelegen.

Ergebnisse des jeweils ersten Quartals der Jahre 2016 bis 2019 (Quelle: Austrian Airlines).
* inklusive Einmaleffekt in Zusammenhang mit neuen Mietverträgen am Technik-Standort Wien

Die niedrigen Ticketpreise haben allerdings vor allem das Ergebnis für den Europaverkehr belastet - auf der Langstrecke zeigte sich laut Jani ein anderes Bild: Hier wurden nicht nur um 15 Prozent mehr Passagiere befördert - auch konnten die Tickets im Schnitt teurer abgesetzt werden. Aber auch auf der Kurz- und Mittelstrecke habe sich seit April die Yield-Qualität "deutlich verbessert", so Jani. Ganz egal ob Europa- oder Interkontverkehr - sämtliche Strecken werden laut dem CFO laufend auf ihre Rentabilität geprüft: "Los Angeles werden wir uns anschauen müssen", erklärt er dazu recht unmissverständlich.

Für das Gesamtjahr rechnet der Austrian-Finanzchef mit einem positiven Ergebnis - dieses werde allerdings "deutlich unter Vorjahr" sein.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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