Austrian Airlines "neu": Der Fahrplan

Ab 1. Juli 2012 ist die AUA im Tyrolean-Flugbetrieb unterwegs. Bis Jahresende sollen sämtliche Doppelgleisigkeiten beseitigt werden.

Künftig werden auch die AUA-Langstreckenmaschinen durch den Tyrolean-Flugbetrieb bedient (Foto: Andy Graf).

Nachdem am Montag der Startschuss für den Übergang des AUA-Flugbetriebes auf die Regionaltochter Tyrolean gegeben wurde, nannte Austrian Airlines-Sprecher Peter Thier heute Details zum weiteren "Fahrplan".

Mit 1. Juli 2012 soll der gesamte Flugbetrieb von Austrian Airlines in der Tochter Tyrolean Airways gebündelt werden. Der "Plan B" wurde notwendig, weil mit dem Betriebsrat Bord trotz grundsätzlicher Einigung letztlich keine Verhandlungslösung erreicht werden konnte.

Für die Kunden soll durch den Betriebsübergang fast alles beim Alten bleiben: Die Marke Austrian Airlines bleibt auf allen Flugzeugen erhalten - nur der Zusatz "arrows" auf den Maschinen der Tyrolean Airways soll fallen. Und auch für die Mitarbeiter des Austrian Airlines Flugbetriebs (600 Piloten und 1.500 Flugbegleiter) soll sich laut AUA in punkto Arbeitsumgebung und Gehalt nichts ändern. Die Einsparungen sollen vor allem über abgebremste Gehaltssteigerungen und Produktivitätssteigerungen erzielt werden. Der Kollektivvertrag von Tyrolean Airways sieht demnach niedrigere Einstiegsgehälter und flachere Gehaltsentwicklungen vor.

Die weitere Integration des Austrian-Flugbetriebes wird durch Arbeitsgruppen organisiert - für diesen Schritt wurde im März 2012 eine Projektorganisation von beiden Gesellschaften gebildet. Diese Arbeitsgruppen sollen bis Jahresende 2012 einen gemeinsamen Flugbetrieb "ohne Doppelgleisigkeiten" organisieren. Beide Standorte, Wien und Innsbruck, sollen bleiben und Teil des Zukunftskonzepts sein. Der Name Tyrolean bleibt einstweilen bestehen - es wird aber darüber nachgedacht, ob die Firma in "Austrian Airlines Flight Operations" umgetauft werden kann.

Das weitere Arbeitsprogramm, mit die AUA wieder in schwarze Zahlen geführt werden soll, setzt sich aus sechs Bereichen zusammen, nämlich Personal, Streckennetz, Flottenharmonisierung, Standort, Kosten und Erlöse. Diese Pakete - die insgesamt 220 bis 260 Millionen Euro bringen sollen - setzen sich so zusammen:

  • Personal: Im Arbeitspaket "Modernisierung der Kollektivverträge" konnte mit dem Betriebsrat Boden und der Gewerkschaft GPA eine Einigung erzielt werden. Ein Teil davon ist eine Null-Lohnrunde für 2013 und eine Verständigung über den Ausstieg aus dem bestehenden Pensions-kassenmodell. Der Betriebsübergang zur Tochter Tyrolean soll auch beim fliegenden Personal langfristig Einsparungen bringen.
  • Streckennetz: Ein neuer Flugplan soll die strategische Ausrichtung auf den Heimatmarkt Österreich und Ostmärkte verstärken.
  • Flottenharmonisierung: Die Ausflottung von elf Boeing 737 und die Einflottung von sieben Airbus A320 sind im Gange. Mit der Umschulung der Piloten wurde schon im März gestartet. Im "Umschulungs-Pool" befinden sich Piloten der Boeing 737 und Copiloten der Fokker-Flotte.
  • Standort: Zwischen Austrian Airlines und dem Flughafen Wien wurde eine Vereinbarung zur Absicherung der gemeinsamen Zukunft und Stärkung des Transferverkehrs und der Langstreckenentwicklung unterschrieben. Mit dem neuen Skylink - der nunmehr "Austrian Star Alliance Terminal" genannt wird - soll ab Juni 2012 die verbesserte Infrastruktur dafür geschaffen werden. Auch im Bereich Handling wurden Einsparungspotenziale identifiziert und die Rahmenbedingungen für eine längerfristige Vereinbarung definiert.
  • Kosten: Eine Reihe von Geschäftspartnern und Lieferanten wurden Verträge verlängert und günstigere Einkaufsbedingungen ausgehandelt. Laut AUA konnten mit mehr als 60 Lieferanten "substantielle Beiträge" in Millionenhöhe gestemmt werden.
  • Erlöse: Auf der Erlösseite ist unter anderem der Ausbau des Firmenkundengeschäfts über Verbund- und Star Alliance-Partner in Umsetzung.
Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Austrian Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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