Austrian Airlines: Die neue Premium Economy Class im Test

Ab März 2018 wird die Premium Economy Class in alle AUA-Langstreckenflugzeuge eingebaut sein. Austrian Aviation Net hat als eines von wenigen Medien einen Vorab-Einblick in das neue Produkt erhalten.

Der Sitz in der neuen Premium Economy Class von Austrian Airlines (alle Fotos: Martin Metzenbauer).

Am 6. März 2018 ist es soweit: Ab diesem Zeitpunkt kann für sämtliche Langstreckenflüge von Austrian Airlines die neue Premium Economy Class gebucht werden. Mitte Jänner waren drei von sechs Boeing 767 und ebenfalls drei von fünf Boeing 777 mit der neuen Zwischenklasse ausgestattet. Die schlichten Fakten zur Premium Eco, die sowohl vom Preis als auch von Produkt und Service zwischen der normalen Eco und der Business Class angesiedelt ist, sind bereits seit längerem bekannt. Als Sitz wurde beispielsweise der auch bei Lufthansa bewährte ZIMmagic des deutschen Herstellers Zim gewählt.

Breitere Sitze und Armlehnen sowie ein weiterer Sitzabstand: Das sind nur drei der Komfort-Features der neuen Premium Eco. Ein Sitz kostet übrigens ungefähr so viel wie ein Mittelklassewagen.

Insgesamt 24 Sitze werden in die Boeing 777 eingebaut, bei der kleineren Boeing 767 sind es 18. Der Abstand beträgt 38 Zoll (rund 97cm), die Breite etwa 48cm. Die Lehnen können bis zu 40 Grad geneigt werden und die Monitore sind mit 12 Zoll (rund 30cm) Bildschirmdiagonale deutlich größer als in der normalen Eco mit 9 Zoll (rund 23cm). USB-Ports und Steckdosen versorgen die mobilen Endgeräte mit Strom. Soweit zu den Fakten. Austrian Aviation Net konnte sich nun erstmals das Gesamtprodukt ansehen - es sind ja schließlich nicht nur die technischen Details, die ein solches Produkt ausmachen.

Zur Ablage kann man ein klassisches Netz verwenden - direkt unter dem Monitor findet sich aber auch ein sehr praktischer Bereich für Handy & Co.

Vor dem Flug - mehr Gepäck, sonst wenig Unterschied
Bevor der Passagier überhaupt einmal das Flugzeug betritt, hat er bereits einen wichtigen Vorteil: Er kann mehr Gepäck mitnehmen. Konkret sind zwei Koffer mit jeweils maximal 23 Kilogramm erlaubt. Das ist es dann aber im Wesentlichen schon: Eigener Check-In, Fastlane bei der Security oder Priority Boarding sind nicht vorgesehen. Das ist aber auch verständlich, da man produktseitig natürlich auch Unterschiede zur teureren Business Class setzen möchte.

Divider zur regulären Economy Class.

An Bord macht sich aber gleich einmal bemerkbar, welche Komfort-Vorteile die Premium Economy Class bringt. So ist sie bei Austrian Airlines in einer abgetrennten Kabine verbaut. Bei Lufthansa beispielsweise findet man bei vielen Mustern einfach nur Overhead-Divider. Ruhe und ein stärkeres Feeling von Exklusivität bietet dabei sicherlich die AUA-Version in der kleinen Kabine mit ihren lediglich drei Reihen Premium Eco. Angeordnet sind die Sitze übrigens in einer 2-4-2- (Boeing 777) bzw. 2-2-2-Konfiguration (Boeing 767).

Flaschenhalter - ein kleines aber überaus praktisches Feature.

Service an Bord: Mehr Premium als Economy
Auch die Begrüßung sieht etwas anders aus als in der regulären Economy Class: Neben einem Welcome Drink werden heiße Erfrischungstücher gereicht. Die Speisenauswahl kann man anhand einer Menükarte treffen, die ebenfalls nach dem Boarding ausgeteilt wird. Auch ein kleines Amenity Kit darf nicht fehlen: Darin finden sich die üblichen Verdächtigen wie Schlafbrille, Socken, Ohrstöpsel oder auch Zahnputzzeug. Wenn man es sich einmal bequem gemacht hat, kann man das Inflight Entertainment testen. Hier zeigt sich neben dem größeren Monitor ein weiterer Vorteil: Der Kopfhörer ist nämlich der gleiche wie in der Business Class - sprich er besitzt eine Noise Cancelling Funktion.

Vom Amenity Kit wird es für Hin- und Rückflug unterschiedliche Versionen geben.

Fliegen geht ja bekanntlich durch den Magen. Wie sieht es mit dem kulinarischen Angebot in der Premium Eco aus? Kurz gefasst: Sehr gut. Auf der Langstrecke kann man aus drei Menüs wählen, vor der Landung dann noch einmal aus zwei kleineren Speisen. Serviert wird auf Tablett mit Porzellangeschirr, Metallbesteck und echten Gläsern. Qualität und Auswahl sind sehr gut - bei unserem Produktcheck gab es zum Hauptgang beispielsweise Kalbsbutterschnitzel, Mezzelune oder ein Filet vom Butterfisch zur Auswahl. Abgerundet wurde dies durch einen Saisonsalat, Käse und einen Zwetschgen-Mandel-Kuchen. Beim zweiten Service standen Chicken Curry oder Rigatoni zur Wahl - samt Salat und einem Mousse au Chocolat zum Abschluss.

Inhalt des Amenity Kit.

Der menschliche Faktor
Neben dem Produkt selbst ist natürlich auch der humane ein ganz wichtiger Faktor. Damit die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter bei Austrian Airlines auf die neue Klasse optimal vorbereitet werden, müssen sie ein Computer Based Training absolvieren. Bei unserem Premium-Eco-Test war die Cabin Crew natürlich überaus freundlich, motiviert und lustig - nachdem die Flight Attendants bei der AUA ja auch generell einen guten Ruf genießen, wird der Austrian Charme wohl auch in das neue Produkt einfließen.

Mahlzeit! So beispielsweise kann ein Menü aussehen - in diesem Fall hausgemachte Mezzelune mit Spargel, Cocktailtomaten und Parmesan samt Salat, Käse und Dessert.

Wie viel kostet ein Ticket in der Premium Economy Class? Das ist natürlich unterschiedlich und hängt unter anderem von der Streckenlänge und der Nachfrage ab. Für einen Roundtrip kann man aber von einem Aufpreis ab rund 400 Euro gegenüber der normalen Eco rechnen. Auch Upgrades nach der Buchung sind möglich. Zu Beginn gibt es übrigens einige interessante Specials wie beispielsweise Miami oder New York für unter 900 Euro.

Unterm Strich
Wie sieht nun unser Fazit zur neuen Premium Economy Class von Austrian Airlines aus? Wäre man an der Börse, würde man jetzt wohl "ganz klare Kaufempfehlung" schreiben. Beschränkt sich das Flugerlebnis in der Economy Class vielerorts darauf, einfach möglichst unbeschadet anzukommen, so hat man in der neuen Klasse die echte Chance, auch eine Flugdauer von mehr als 10 Stunden angenehm zu verbringen, ohne gleich die deutlich höheren Preise einer Business Class berappen zu müssen. Der Komfortgewinn durch den bequemeren Sitz, das bessere Service aber auch die Kleinigkeiten wie beispielsweise Stromversorgung am Platz sind wichtige Punkte, durch die sich der Aufpreis bezahlt macht.

Information im Sinne journalistischer Transparenz: Austrian Aviation Net wurde von Austrian Airlines zu diesem Produkttest eingeladen.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Austrian Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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