AUA und KV - ewig grüßt das Murmeltier

Alle aktuellen Details im Überblick.
Letztes Update am 22.11.2017 um 15:50 Uhr.

Foto: Peter Unmuth.

Die KV-Verhandlungen für das fliegende Personal der AUA gehen in die heiße Phase. Die Geschäftsführung hat am Montag dem Betriebsrat Bord und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein KV-Paket präsentiert, das aus Geben und Nehmen besteht. Der Betriebsrat lehnt das Paket postwendend ab und spricht von Frechheit. Michael Csoklich hat die Details.

Seit sechs Wochen sitzen der Betriebsrat Bord und die AUA-Vertreter am Verhandlungstisch und loten die Rahmenbedingungen für die Kollektivvertragsverhandlungen aus. Als erstes Ergebnis hat die AUA nun ein Paket für 2018 bis 2020 auf den Tisch gelegt, das drei Eckpunkte hat: 

Der AUA geht es wieder besser, sie stellt daher knapp 28 Millionen € für Gehaltserhöhungen für die etwa 1.100 Piloten und 2.600 FlugbegleiterInnen zur Verfügung. Das wären 10% Plus auf die Gehaltstabellen für 3 Jahre. Die stärkste Erhöhung sollen die bekommen, die bis 3.000 € verdienen, am wenigsten die mit über 5.000 € Monatsgehalt. „Das ist ein Vorschlag“, sagte ein AUA-Sprecher und „der Betriebsrat könne die Summe auch nach anderen Kriterien verteilen.“ 

Punkt 2 des Vorschlags fällt unter Nehmen und Geben. Die AUA will ihr Flugpersonal flexibler und damit produktiver einsetzen als bisher und die Stehzeiten der Flugzeuge verringern. Die sogenannten Flight Duty Regulations sollen daher geändert werden. Ein Beispiel: fliegt eine Crew nach New York und zurück, stehen ihr danach 5 Tage Pause zu. Gesetzlich könnte das fliegende Personal bis zu 900 Stunden fliegen, real seien es „etwa 700“, so der Austrian-Sprecher.  Insgesamt sollen die Anzahl der Arbeitstage erhöht werden, die Mehrleistung soll aber auch entlohnt werden und die Mitarbeiter sollen mehr fixe freie Tage erhalten. Mehr fliegen als bisher lautet also die Devise der AUA. Das werde natürlich finanziell abgegolten, sagte der AUA-Sprecher, nämlich mit in Summe 25 Millionen €. 

Punkt 3: Ein Zugeständnis des fliegenden Personals beim Thema Flexibilität und Mehrarbeit will die abseits des finanziellen Aspekts mit mehr Freien Tagen abgelten. Sie bietet 10% mehr freie Tage an, nämlich künftig 132 im Jahr. 

Mit diesem Papier geht es in die heiße Phase der KV-Verhandlungen für das fliegende Personal. Das Verhandlungsklima hat Betriebsratschef Rainer Stratberger in einer ersten Reaktion bereits vorgegeben. Er will das Paket gar nicht verhandeln. Er bezeichnet es als Frechheit, die Mitarbeiter müssten mehr arbeiten, könnten die Freizeit nicht mehr planen und ¾ des Personals würden nicht einmal die Inflation abgegolten bekommen. 

Stimmt nicht, so der AUA-Sprecher, im ersten Jahr würden 50% des Personals von der Lohnerhöhung profitieren, im dritten Jahr 62%. Es gehe ja auch darum, die Gehaltsschere sozial zu verringern. 

Stratberger spricht von einem Schlag ins Gesicht, Johannes Schwarcz-Breuer von der Gewerkschaft Vida verlangt kein Zuwachslüfterl sondern einen richtigen Sturm. Am 30.11. wird weiterverhandelt. 

Autor: Michael Csoklich
Autor
Michael Csoklich ist einer der bekanntesten Wirtschaftsjournalisten Österreichs und leitete über viele Jahre das Ressort Wirtschaft im ORF Radio. Seit 2015 leitet er den LG für Wirtschaftsjournalismus in Krems, ist Moderator, Querdenker und arbeitet als freier Journalist für die Kleine Zeitung. Und seit 2016 schreibt er als Luftfahrtspezialist auf Austrian Aviation Net insbesondere über Spezialthemen.

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